Unfälle im Babyalter

Wie können Babys vor Unfällen im Haushalt geschützt werden.

Dafür ist es zunächst einmal notwendig die wichtigsten Gefahrenquellen  im Haushalt zu kennen:

1.   Wickeltisch

2.   Lauflernhilfen

3.   Tischdecken

4.   Backherd und Herdplatten

5.   Kopfkissen und lose Decken im Bett

6.   kleine Gegenstände

7.   Badewanne, Planschbecken  

 

Welches sind sie häufigsten Ursachen für Baby-Unfälle?

 Stürze sind die häufigsten Unfallursachen und da besonders der Sturz vom Wickeltisch.

Die Mutter bückt sich nur einen Moment, um eine neue Windel zu holen, der Säugling schaut neugierig hinterher, dreht sich dabei und schon stürzt er auf den Boden.

Treppen und Balkone müssen mit Gittern versehen werden, sobald Ihr Kind anfängt zu krabbeln. Auch das Babybett sollte mit einem hohen Schutzgitter versehen sein. Eine Babywippe sollte nicht auf den Tisch gestellt werden.

 

 

Welche Gefahrenquelle stellen Tischdecken dar?

 Tischdecken sollte es bis zur Einschulung des Kindes gar nicht geben.

Gerade zu Beginn der Laufenlernens sind die Kleinen doch noch etwas wackelig auf den Beinen und halten sich an allem fest, was in Griffnähe kommt. Eben auch an Tischdecken und reißen damit heiße Getränke herunter. Die große Gefahr besteht im Verbrühen: schon eine Tasse Tee kann bis zu 30 % der Haut des Kindes verbrühen, was  große Schmerzen, einen langen Klinikaufenthalt und lebenslange Narben zur Folge haben kann. 

Was ist von Lauflernhilfen zu halten?

 Lauflernhilfen stellen für Babys im Alter oberhalb eines Dreivierteljahres (ab 8.Geburtsmonat) eine große Gefahr dar, die Kinder werden häufig zu schnell, wodurch es zu Stürzen an Treppen und Anstoßen an Möbeln kommen kann.

Schon in dem Kapitel über "Krabbeln, Stehen, Laufen, Sitzen" wurde darauf hingewiesen, dass Laufhilfen das Laufenlernen eher verzögern und sehr gefährlich sein können. In Kanada sind aus diesem Grunde Laufhilfen verboten.

 

Welche Gefahren lauern am Herd?

 Zum einen kann der Backofen sehr heiß sein und sich die Kinder daran verbrennen, zum anderen sind Teller und Töpfe auf dem Herd mit nach vorn gedrehten Stielen gefährlich, da sie heruntergezogen werden können und ebenfalls wieder verbrühungen hervorrufen können.

Hier bietet sich bis zum Alter von 5 Jahren ein Herdschutzgitter an. Natürlich sollten sich in der Küche auch keine herunterhängenden Kabel von Wasserkochern, Kaffeemaschinen und Bügeleisen finden, an denen sich ziehen läßt.

 

Auch das Bett kann ein Gefahrenherd sein.

In den ersten Lebensjahren sollte man wegen der möglichen Erstickungsgefahr weder Kopfkissen noch lose Schlafdecken anwenden, besser ist hier in jedem Fall ein Schlafsack. 

Immer wieder wird vor der Gefahr des Verschluckens kleiner Gegenstände gewarnt, warum?

 Ab dem dritten Lebensmonat haben die Kinder das Bedürfnis, alles, was sich in ihrer Nähe befindet, in den Mund zu stecken. Das sind zunächst die Händchen, später aber alles andere war greifbar ist. Kinder Lernen durch Begreifen und Schmecken. 

Kleine Gegenstände, wie Münzen, Knöpfe, Perlen usw. müssen vor Babys und Kleinkinder in Sicherheit gebracht werden, da die Gegenstände nicht nur in den Mund gesteckt , sondern häufig genug auch verschluckt werden. 

Falls Sie zufällig gesehen haben, welcher Gegenstand verschluckt worden ist, kann man in manchen Fällen in Ruhe abwarten, Irgendwann nach spätestens 2-3 Tagen findet sich das Objekt dann in der Windel. Wenn Sie aber nicht wissen, was es war, Ihr Kind starken Hustenreiz verspürt, oder Sie vermuten, dass es eher etwas spitzes war, das Ihr Kind verschluckt hat, sollten Sie vorsichtshalber Kontakt mit Ihrem Kinderarzt oder sogar mit der Kinderklinik aufnehmen, dort wird man Ihnen weiter raten, was zu tun ist. 

 

 

Welche weiteren Gefahrenquellen sind zu beachten?

Denken Sie bitte daran, Medikamente und sämtliche Haushaltsreinigungs- und Waschmittel außerhalb der Reichweite Ihres Kindes aufzubewahren, am besten in einem verschlossenen Schrank. Auch Zigarettenkippen, die eine hohe Konzentration an Nikotin enthalten sowie Alkohol sollte nie in der Nähe Ihrer Kinder sein.

 

Wussten Sie, dass Kinderunfälle häufiger sind als Erkrankungen?

Jedes Jahr erleiden mehr als 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche Unfälle.  Viele davon zuhause und in der Freizeit.   Nach dem ersten Lebensjahr sind Unfälle die häufigste Todesursache bei Kindern.

Wären Wltern besser über die Risiken im Haushalt informiert, wären mehr als 50% der möglichen Unfälle vermeidbar.

Unfälle können zu bleibenden Schäden führen: bleibende Hautnarben bei Verbrennungen und Verbrühungen durch heiße Getränke, Knochenbrüche, Narben nach Verletzungen sowie Entwicklungsstörungen nach einer heftigen Gehirnerschütterung oder sogar einer Hirnblutung. Dabei ist nicht zu vergessen der seelische Schaden, der nach Überwindung des Schreck- und Schockzustandes noch lange anhalten kann. 

Stürze sind dabei die häufigsten Unfallursachen.