Reisen mit Babys

Kann mit einem Säugling eine Fernreise geplant werden?

Auch in der heutigen Zeit muss von einer Fernreise in Begleitung eines Säuglings abgeraten werden. Die fremden (Luftdruck, Luftfeuchte) und lauten Reize in einem Flugzeug können im extremen Fall einen Plötzlichen Säuglingstod auslösen. 

Sollte man sich vor jeder Fernreise eine reisemedizinische Beratung erhalten?

Vor einer Fernreise sollte, insbesondere mit Kleinkindern sollte  man sich über aktuelle Gefahren im Reiseland informieren.

Ein Beispiel soll dies zeigen:

Im Jahre 1996 reiste unser Wirtschaftsminister mit seiner Delegation nach Südafrika. Dabei hielt er sich für einen Tag in der Natal-Provinz auf, der einzigen Region in Südafrika, in der Malaria vorkommt. Er erkrankte nach seiner Dienstreise lebensbedrohlich an Malaria tropica.

Bei dieser Reise fehlte wohl die reisemedizinische Beratung bzw. es wurde das Risiko einer Erkrankung als extrem gering eingestuft und es wurde keine Prophylaxe empfohlen.

 

Über 20 Millionen Europäer unternehmen jährlich eine Reise nach Afrika, Asien oder Südamerika. Nach einer Umfrage mussten 10 % der Reisenden nach ihrer Rückkehr einen Arzt aufsuchen, bei den meisten wäre dies bei einer gezielten Beratung und Vorsorge nicht notwendig gewesen. 

Welche Risiken bilden Last-minute-(Fern-)Reisen.

Das größte Problem bei Last-Minute-Reisen, bei denen gerade noch Zeit zum Kofferpacken besteht darin, dass zum einen die  Gefahren für Säuglinge nicht bedacht werden und eine  gezielten Beratung und Vorsorge aus Zeitgründen nicht erfolgen kann. 

Was ist bei Trecking-Touren zu beachten?

Beabsichtigte Trekking-Touren mit Rucksack und Säuglingen wird empfohlen, die Reise um 2-3 Jahre zu verschieben. Säuglinge sind gegen die diversen Krankheitskeime viel weniger geschützt als Erwachsene, zumal mit ca. 4-6 Monaten der Netzschutz, den die Mutter dem Kind mitgegeben geringer wird.

Durch die für Säuglinge besonders anstrengende Flugreise und den engem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung und mit Tieren haben sie ein deutlich erhöhtes Risiko zu erkranken.

 

 

Was bedeutet eine lange Flugreise für Säuglinge aber auch für Erwachsene?

Für Erwachsenen und Säuglinge gilt gleichermassen: bereits nach einem langen Flug besteht durch Druckveränderung, trockener Kabinenluft, Vibration, Lärm und Übermüdung eine starke Belastung.

Für Erwachsene gilt: Tauchsportler dürfen daher mindestens 24 Stunden nach der Ankunft nicht unter Wasser. Bewegungsmangel im Flugzeug kann bei besonderer gesundheitlicher Gefährdung eine Thrombose auslösen. Stehen Sie öfter auf, machen Sie Bewegungsübungen. Besonders Risikopatienten wie Schwangere, Patienten mit Grunderkrankungen sollten Stützstümpfe tragen, oder sich vor der Reise eine Injektion mit Heparin  je nach Gefährdung geben lassen. 

Wann sollten Sie einen Flug vermeiden?

Akut erkranke Personen sollten  den Flug meiden.

Dies gilt besonders für den Rückflug mit einer hoch fieberhaften Erkrankung, da man neben der eigenen Gefährdung auch seine Mitreisenden anstecken kann. Dies gilt besonders für eine Erkrankung an Meningokokken, die die schwerste Form der Hirnhautentzündung auslösen können. Für den Notfall hat jedes Flugzeug eine ausreichende medizinische Ausrüstung an Bord, das Begleitpersonal für den Notfall trainiert und meist findet sich auch ein Arzt unter den Passagieren; fraglich ist aber, ob das bei schweren Viruserkrankungen ausreicht.

 

Welches ist die häufigste Erkrankung auf Fernreisen?

Die häufigste Erkrankung bei Fernreisen ist mit 30-50 % aller Reisenden der Durchfall. Ausgelöst wird er durch hastiges oder übermäßiges Essen bzw. durch ungewohnte oder zu kalte Speisen und Getränke.

Oft sind es auch ungewohnte Viren und Bakterien, gegen die noch keine Immunität besteht (Enteroviren, Rotaviren, Salmonellen, Cholera, Shigellen, Amöben) und daher sehr schwere Erkrankungen auslösen können. Das gilt für Erwachsene und mehr noch für Säuglinge.

Meist geht die Infektion von der Hotelküche aus und wird über kontaminierte Speisen an die Gäste verteilt. Zu bestimmten Jahreszeiten können verschieden tropische Fisch- und Muschelarten ein Gift enthalten, das auch durch Kochen nicht zerstört wird. Diese "Ciguatera-Fischvergiftung" kann lebensgefährlich verlaufen. Daher auch Vorsicht beim Segeln in tropischen Gewässern mit Angeln von unbekannten Fischen. 

Was kann zur Vermeidung von Durchfallserkrankungen unternommen werden?

Zur Prophylaxe von Durchfallerkrankungen gehört: alle Speisen kochen, alles Obst schälen, nur aus abgefüllten Dosen oder Flaschen trinken, keine Eiswürfen und kein Eis bei Strassenverkäufern essen.


Welche Erkrankungen (außer Durchfallserkankungen) treten bei Fernreisen auf?

Zu den zweithäufigsten Erkrankungen zählt bereits die Malaria. Bei Reisen in gefährdete Gebiete sollte dringend eine medikamentöse Prophylaxe durchgeführt werden.

Danach folgen in anfallender Häufigkeit Erkältungen, Amöben-Ruhr, Hepatitis A, Gonorrhö, Syphilis, Tierbiss mit Tollwutrisiko, Hepatitis B/C/E, Bakterienruhr, HIV-Infektion, Typhus, Legionärskrankheit, Cholera, Kinderlähmung. 

Welche Impfungen sollten vor einer Fernreise durchgeführt werden?

Neben der Vermeidung von Gesundheitsrisiken am Urlaubsort sollte zu Hause eine ärztliche Beratung durchgeführt werden. Auch bei Last-Minute-Reisen sollte über die möglichen Infektionsrisiken aufgeklärt werden; denn viele Impfungen können auch noch kurzfristig durchgeführt werden, wie Auffrischungsimpfungen gegen Tetanus, Keuchhusten und Diphtherie.

Aber selbst Impfungen, bei denen es etwas länger dauert, einen Schutz aufzubauen, wie Impfungen gegen Grippe, Meningokokken, Hepatitis A und Typhus können noch unmittelbar vor der Abreise erfolgen; es ist besser, als auf die Impfung zu verzichten.

Hierzu zählen auch je nach Reiseland die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Hepatitis A+B, Meningokokken, Pneumokokken sowie bei Gefährdung gegen Tollwut und Kinderlähmung. 

Wie lange (ohne Pause) darf man mit einem Säugling im Autofahren?

Das Baby kann bis zu 2 Stunden in seiner Babyschale liegen, dann allerdings sollte eine Pause gemacht werde, das Kind gehört dann in die Arme seiner Eltern oder auf eine Krabbeldecke.

Bei Kindern, die früher unruhig werden, sollte entsprechend eher eine Fahrtpause eingelegt werden.