Impfungen

Soll ich mein Neugeborenes gegen Rotaviren impfen lassen?

Rotaviren sind die häufigsten und gefürchtetsten Erreger einer Magen-Darm-Infektion. Fast alle Kinder und Erwachsene machen im Laufe ihres Lebens eine solche Darminfektion durch, die meisten Infektionen verlaufen leicht und harmlos. Eine besonders gefährdetet Gruppe sind jedoch Säuglinge und Kleinkinder sowie Erwachsene über 60 Jahre. In diesen beiden Altersgruppen besteht eine geringe Immunabwehr und es kann eine schwere Erkrankung mit Todesfolge eintreten. Die Krankheitszeichen sind schwere Durchfälle, Fieber, mehrfaches Erbrechen mit Gefahr der Austrocknung und Elektrolytverlust. Ohne Behandlung kommt es zur Bewusstlosigkeit, zu Krämpfen und zum Nierenversagen. Daher ist bei schweren Verläufen immer eine rechtzeitige Krankenhausbehandlung erforderlich.

Sehr gefährdet sind besonders Kinder in der dritten Welt, die wegen des schlechten Ernähungszustandes und der schlechten medizinischen Versorgung oft daran sterben. Weltweit zählt man jährlich 400.000 bis 600.000 Todesfälle durch Rotaviren bei 138 Millionen Erkrankungen. In Deutschland werden jährlich über 50.000 Rotavirus-Erkrankungsfälle gemeldet, in den USA sind es mehr als 2 Millionen Kinder mit 20 bis 40 Todesfällen. Die Ansteckung geschieht fast immer von Mensch zu Mensch über Ausscheidung der Erreger über den Darm mit mangelnder Toiletten-Hygiene. Die Erreger sind äußerst resistent gegenüber Desinfektionsmittel und können sich deshalb auch in Krankenhäusern leicht verbreiten. Auch in Schwimmbädern mit hohem Chlorgehalt können sie leicht überleben und werden besonders beim Baby-Schwimmen (Schlucken von Wasser) leicht übertragen.
Seit 2006 sind zwei Schluckimpfstoffe zugelassen. In den Studien erhielten von je 70.000 Säuglingen nur 50% diesen Impfstoff, die andere Hälfte ein Placebo. Beide Gruppen wurden bezüglich Nebenreaktionen oder Begleiterkrankungen miteinander verglichen und es fanden sich keine Unterschiede in der Häufigkeit von Erkrankungen oder Nebenreaktionen. Der Impfstoff muss ab der 6. bis 12. Lebenswoche zwei bzw. dreimal (je nach Hersteller) im Abstand von 4 Wochen gegeben werden. Die Kosten belaufen sich insgesamt auf ca. 180 Euro und werden zurzeit nur von den Privatkrankenkassen übernommen. Einige gesetzliche Krankenkassen erstatten jedoch die Kosten für diese Impfung. Die Impfungen können als 3. Impfung ohne Bedenken zusammen mit den 6-fach-Impfungen und der Impfung gegen Masern/Mumps/Röteln/Windpocken als verabreicht werden. Der Impfstoff schmeckt süß und wird von den Babys gerne eingenommen. Die Impfung sollte bis zum 6. Lebensmonat abgeschlossen sein. Vorsicht ist geboten, wenn in der Umgebung eine Person mit Immunschwäche lebt, da das abgeschwächte Impfvirus über den Darm ausgeschieden und übertragen werden kann.
Die Impfung ist sehr zu empfehlen, da sie nicht nur vor schwerer Erkrankung schützt, sondern auch eine Krankenhausbehandlung verhindert und Fehlzeiten im Beruf vermindert.

Was kann man tun, damit das Baby keinen Impfschmerz verspürt?

Wenn Sie Ihr Baby ablenken, merkt es kaum, was um ihn herum passiert oder was mit ihm geschieht. Das beste Beispiel ist die Zauberei, die Tricks gelingen nur bei geschickter Ablenkung des Publikums.
Säuglinge sind begeistert von dem Geschmack der Zuckerlösung und sind in diesem Moment abgelenkt gegenüber dem kurzen Schmerz, der dann auch schnell wieder vorbei ist.
Bei älteren Kinder kann man mit der Bitte kurz wegzuschauen und mit einer Frage ablenken, z.B.: "Was Hast Du heute gegessen?" In dieser Ablenkungsphase gibt es den Pieks. Meist wird der Stich dann nicht bemerkt und wenn doch, ist die Nadel schon wieder entfernt und es gibt keinen Grund mehr zum Weinen. Das kommt bei den Kindern und Müttern meist prima an.