Erkrankungen im Säuglingsalter

In der Familie grassiert eine Grippe-Infektion. Ist das Baby gefährdet?

Neugeborene haben in der Regel über die Mutter einen guten Nest- und Immunschutz, der sich erst mit 3-6 Monaten verliert , je nachdem, wie lange gestillt wird.
Bis zu dieser Zeit ist das Baby bei Ansteckung einer Virusgrippe gut geschützt, es besteht kaum Temperaturerhöhung.

Der Schnupfen kann allerdings sehr lästig sein, weil die Kleinen noch nicht gelernt haben, durch den Mund zu atmen.
Hebammen empfehlen etwas Muttermilch in die Nase. Ein gutes Mittel für eine freie Nase ist Majoran-Salbe, die die Apotheke für wenig Geld gerne anfertigt. Gestillte Säuglinge sind weniger anfällig.

Eine neue Dimension bietet die Mexiko-Grippe, auch Schweinegrippe genannt (H1N1-Virus). Die Mutter besitzt keine Immunkörper, die auf das Kind über die Plazenta auf das Neugeborene übertragen werden können und die das Kind in den ersten Lebensmonaten schützen (wie bei Masern/Mumps/Röteln/Windpocken). Daher können Säuglinge auch schwer krank werden.

Deshalb sollten sich insbesondere Schwangere gegen Grippe impfen lassen, sowie die Grippesaison im Herbst begintt. Damit bekommt auch Ihr Säugling einen besseren Schutz mit auf den Weg.

Das Baby hat Durchfall, was kann man tun?

Nicht jeder dünne Stuhl bedeutet Durchfall.
Muttermilch-Stühle sind immer dünn, bis zu 8x täglich, sie schießen mit Getöse in die Windel und duften angenehm im Vergleich zu Flaschenmilch-Stühlen. Bei Durchfall stinkt der Stuhl, die Frequenz ist 6-10 x täglich, der Bauch ist gebläht, die Babys weinen oft wegen der Bauchschmerzen und es kommt zum Erbrechen.

Wenn die Mutter stillt, soll unbedingt weiter gestillt werden, eventuell kleinere und mehrere Mahlzeiten, um dem Erbrechen vorzubeugen. Bei Flaschenmilch-Gabe sollte sofort umgestellt werden auf Fencheltee oder stilles Wasser mit Traubenzucker, nach 3-4 Stunden Gabe von Heilnahrung (in Apotheke oder Drogeriemarkt).

Am Beginn kleinere Mahlzeiten, immer wieder Tee geben. Ältere Säuglinge können auch mit einer Mischung aus Zwieback, Tee und geschlagener Banane ernährt werden.

In den ersten 24 Stunden ist Flüssigkeit das Wichtigste (Tee, stilles Wasser mit einer einer kleinen Prise Salz auf einen Liter, evtl. zusätzlich Traubenzucker zum Ansüßen). Keine Obst- oder Fruchtsäfte!!

Wenn der Säugling diese Zubereitungen nicht trinken mag, kann auch sehr verdünnte Apfelschorle versucht werden. Bei Erbrechen bitte kleine Mengen (teelöffelweise, kleine Schlucke), aber öfters anbieten. Wenn keine Besserung eintritt, bitte den Kinder- und Jugendarzt in Praxis oder Klinik aufsuchen (Gefahr der Austrocknung und Elektrolytentgleisung)!
Wenn Fieber (über 38,5 Grad Celsius), gehäuftes Erbrechen, blutige Stühle und/oder Nahrungsverweigerung auftritt, unbedingt einen Kinder- und Jugendarzt/Ärztin bzw. ein Krankenhaus aufsuchen! Rota-Viren sind die häufigsten und gefährlichsten Auslöser einer Darminfektion im jungen Säuglingsalter. Gegen diesen Erreger kann ab der 6. Lebenswoche geimpft werden.

Das Baby hustet seit 3 Tagen. Ist das schlimm? Könnte das Keuchhusten sein?

Bei jungen Säuglingen tritt bei Virusinfektionen kaum oder selten Husten auf. Man muss immer an die Möglichkeit eines Keuchhustens denken, der in diesem Alter lebensgefährlich sein kann. Typisch ist dabei der mehr nächtliche Husten, im weiteren Verlauf anfallsweise mit rotem Gesicht und Erbrechen beim Husten.

Im Zweifel unbedingt den Kinder- und Jugendarzt/Ärztin aufsuchen. Durch einen Bluttest (Leukozytenanzahl, Vermehrung der Lymphozyten) kann die Diagnose gestellt werden. Je früher eine Therapie durchgeführt wird (Antibiotikum, Überwachung), umso günstiger ist der Verlauf der Erkrankung.
Bis dahin sollten Sie Ihrem Kind ausreichend zu trinken geben, z.B. in Form von warmem Fenchel-oder Pfefferminztee. Flüssigkeit ist besonders bei einem fiebernden Kind wichtig, zusätzlich löst es den Schleim und beruhigt.

Die Umgebung des Neugeborenen (besonders ältere Erwachsene, Großeltern) sollten vor der Geburt des Kindes gegen Keuchhusten geimpft werden, da sie das Baby anstecken können. Bei Erwachsenen ist der Keuchhusten durch einen mäßigen, aber anhaltenden nächtlichen Husten gekennzeichnet und wird selten diagnostiziert. Die Immunität nach Keuchhusten-Impfung oder nach durchgemachten Keuchhusten hält nur ca. 10 Jahre an. Daher werden Erwachsene neuerdings zusätzlich zur regelmäßigen Impfung gegen Diphtherie und Tetanus auch gegen Keuchhusten mit einem Dreier-Kombinationsimpfstoff aufgefrischt.

Was kann Fieber über 38,5 °C für Ihr Kind bedeuten?

Fieber ist bis zum Alter von 4-6 Monaten ein eher seltenes Ereignis, da Kinder in diesem Alter noch mütterliche Immunkörper zur Abwehr besitzen. Bei fiebernden Neugeborenen muss  in 10% von einer schweren bakteriellen Infektion ausgegangen werden (Gefahr einer Sepsis – Blutvergiftung).

Bei Fieber im Säuglingsalter muss  an eine Blasen-Niereninfektion bzw. an eine Meningitis (Hirnhautentzündung) gedacht werden. Es sollte immer der Kinder- und Jugendarzt/ärztin aufgesucht werden.

Bei Verdacht auf eine Blasen- oder Nierenentzündung ist eine Urinuntersuchung beim Kinderarzt sehr wichtig. In der Praxis sollten Sie dann sofort an der Anmeldung Bescheid geben, damit ein Urin-Beutel angeklebt wird und keine wertvolle Zeit verloren geht.

Eine Meningitis verläuft dramatisch mit hohem Fieber, Erbrechen, Schreien und Berührungsempfindlichkeit.

Durch die bei Säuglingen durchgeführten 6-fach-Impfungen sowie die Impfung gegen die 13 häufigsten Typen der Pneumokokken-Bakterien ab dem 2./3. Lebensmonat ist eine Meningitis, hervorgerufen durch Haemophilus Influenzae- und Pneumokokken-Bakterien, weitgehend ausgeschlossen. Ab dem 1. Lebensjahr kann eine Meningitis durch eine Impfung gegen die besonders gefürchteten Meningokokken-Bakterien verhindert werden.

Temperaturerhöhungen sind ab dem 5./6. Lebensmonat im Rahmen eines grippalen Infektes (gemeinsam mit Husten und Schnupfen) nicht ungewöhnlich. Der Körper setzt sich mit den Viren auseinander und bildet Abwehrkräfte, so dass die Kinder gegenüber diesem Virustyp lebenslang geschützt sind. Ausgenommen sind die echten Grippeviren, die jedes Jahr ihre Oberflächenstruktur verändern. Ein Säugling bzw. Kleinkind muss daher in den ersten beiden Jahren diese üblichen Infekte durchmachen, um eine Immunität aufzubauen um später nicht mehr so oft krank zu werden. Je öfter der Kontakt zu anderen Kindern besteht, umso häufiger treten diese Infekte auf (ältere Geschwisterkinder, Krippe, Kindergarten).
Wenn außer dem Fieber heftige Allgemeinsymptome auftreten (Anhaltens hohes Fieber über 39 Grad, Bauchschmerzen, Schmerzen beim Wasserlassen, heftige Durchfälle, mehrfaches Erbrechen, schlechtes Allgemeinbefinden), sollte unbedingt der Kinder- und Jugendarzt aufgesucht werden. Bei Beginn des Fiebers kann in der Regel erst einmal abgewartet werden, ab 39 Grad Fieber sollte eine Fieber senkende Behandlung mit l einem Leibwickel und/oder einem Fieberzäpfchen duchgeführt werden. Dies gilt besonders in der Nacht, um eventuell am Tage oder nach dem Wochenende den Arzt aufzusuchen.

Manche Ärzte meinen allerdings, dass ein Fieber erst ab 40 ° C behandelt werden sollte. Studien haben ergeben, dass Fieber sehr wirksam zur Infektabwehr ist. So werden z.B. die Meningokokken bei der Meningitis ab 40 °C stark gehemmt. In England geht man bereits so vor. Untersuchungen bei Patienten mit Lungenentzündungen hatten dort ergeben, dass ein Drittel der Patienten, deren Körpertemperatur unter 36 °C gehalten wurden, starb, wohingegen bei erhöhter Körpertemperatur nur noch 18 % verstarben und bei hohem alle Fieber überlebten! (G.Barlow, Yorkshire).

Vielleicht führen diese Ergebnisse auch bei uns demnächst zum Umdenken des ewigen Fiebersenkens.

 

 

 

Wie verhält man sich bei Durchfallerkrankung?

Kinder sind durch Durchfallerkrankungen besonders gefährdet. Vor allem Kleinkinder nehmen regelmäßig potentiell gefährliche Krankheitskeime auf, da sie nach allen Gegenständen greifen und sie in den Mund stecken. Sie besitzen eine geringe Abwehrkraft gegenüber dem Erreger und sind besonders anfällig gegenüber Flüssigkeits- und Elektroytverlust, besonders wenn Erbrechen hinzukommt. Die Krankheitszeichen sind Abgeschlagenheit, oft Fieber, Bauchschmerzen, Blähbauch, häufige Stuhlfrequenzen mit wässrigen und übel riechenden Stühlen, Gewichtsverlust und Erbrechen. Bei schwerer und anhaltender Erkrankung kann es zur Austrocknung, Bewustseinseintrübung, Blutungsneigung und zu Nierenversagen kommen. Bei jungen Säuglingen bilden sich Falten im Gesicht (Greisengesicht) und die Fontanelle sinkt ein.

Die Erreger der Durchfallerkrankungen sind bei Kindern bis zu 80 % Viren, insbesondere Rota-Viren. Gegenüber diesem Erreger kann der Säugling ab der 6. Lebenswoche mit einem neuen Schluckimpfstoff geschützt werden. Krankheitserreger aus dem Bereich der Bakterien sind Salmonellen, Shigellen, Yersinien, Camphylobacter und einige Coli-Stämme.
Alle diese Erreger werden über den Stuhl ausgeschieden und können bei mangelnder Toilettenhygiene weiter verbreitet werden. Deshalb ist gründliches Händewaschen mit anschließender Hände- und Toilettendesinfektion sehr wichtig. Durchfälle bei Säuglingen können jedoch auch durch Ernährungsfehler und angeborene Stoffwechselerkrankungen ausgelöst werden. Wenn ein Mitglied in der Familie des erkrankten Kindes einen Arbeitsplatz im Krankenhaus, in Küchen oder im Alters- und Pflegeheim hat, ist wegen der möglichen Verbreitung des Erregers besondere Vorsicht geboten. Alte Menschen sind ebenfalls besonders gefährdet. Wie rasch sich solch eine Infektion ausbreiten kann, wird immer wieder durch Massenerkrankungen auf Kreuzfahrtschiffen bekannt.

Die Therapie der Durchfallerkrankung besteht darin, den Verlust an Flüssigkeit und Elektrolyten auszugleichen. Bei einem Wasserverlust von über 10 % des Körpergewichts muß eine sofortige Krankenhausbehandlung durchgeführt werden. Die Zugabe von Flüssigkeit erfolgt über Tee mit 5-10 % Glucose über 3-6 Stunden. Eventuell kann eine Prise Kochsalz zugemischt werden. Danach wird eine Diätbehandlung je nach Lebensalter mit Bananen, Karottensäften, geriebenem Äpfel, Zwieback, Salzstangen und Toastbrot durchgeführt. Bei anhaltendem Erbrechen muß ein Medikament als Zäpfchen zugeführt werden. Wichtig sind kleine, aber häufige Mahlzeiten, um Erbrechen zu vermeiden. Gestillte Säuglinge sind vor Durchfallerkrankungen weitgehend geschützt. Die Erkrankungen sind in der Regel leicht, sie können weiter gestillt werden. Bei nicht gestillten Säuglingen reicht es nach der Teepause aus, die Nahrung zu 50 % mit Tee oder Wasser zu verdünnen. Es können aber auch Heilnahrungen eingesetzt werden, die in den Apotheken erhältlich sind.

Ist mein Baby durch Schimmelpilze gefährdet?

Allergische Erkrankungen in Form von Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis nehmen bei Kindern stetig zu. Als Ursache für diese Zunahme ist die deutliche Belastung durch chemische Produkte in der Umgebung der Kinder zu nennen. Zum anderen ist heute bekannt, dass eine übertriebene Hygiene im Haushalt eine Allergie begünstigen kann. Offensichtlich braucht ein Säugling oder ein Kleinkind einen gewissen Kontakt mit Bakterien, die die Immunität anregen und somit einen Schutz vor späteren allergischen Erkrankungen bewirken. Kinder, die auf dem Bauernhof aufwachsen, haben nach Untersuchungen deutlich weniger Allergien als Kinder in einer Großstadtwohnung. Dabei entscheidet die Menge des auslösenden Stoffes, ob sich ein Schutz oder eine Erkrankung entwickelt. Ein besonderes und wenig beachtetes Problem ist eine feuchte Wohnung mit Schimmelpilzbelastung. Schimmelpilze können bei Kindern eine Allergie der Atemwege mit Schnupfen, Bindehautentzündung oder sogar schwerem Asthma auslösen. Sie können auch eine bereits bestehende Neurodermitis verschlimmern. Daher muss darauf geachtet werden, dass besonders bei Säuglingen und Kleinkindern in der Wohnung kein Pilzbefall vorhanden ist.

Schimmelpilze gedeihen gut bei feuchter Wärme. Sie bilden zur Fortpflanzung einzellige Pilzsporen, die sich beim Luftzug lösen, unsichtbar in der Luft schweben und eingeatmet werden. Auf den Schleimhäuten kann sich bei regelmäßigem und längerem Kontakt mit den Sporen ein allergisches Krankheitsbild entwickeln. Die häufigsten Arten sind Penicillium und Aspergillus, die sich besonders bei einer relativen Luftfeuchte ab 80-85% im Haus vermehren können. Dabei sind wenig belüftete Nassräume wie Bad und Dusche besonders gefährdet. Auch Klimaanlagen und Luftbefeuchter sind häufig mit Schimmelpilzen verunreinigt. Oft verbirgt sich ein Pilzbefall hinter Holzverkleidungen, alten Bodenbelägen oder Tapeten. Dabei muss besonders auf Außenwände geachtet werden, die schlecht isoliert sind und bei denen die Feuchtigkeit durch Regen nach Innen verbreitet. Wenn diese Wände durch Schrankmöbel verdeckt sind, kann sich ungehindert und nicht sichtbar ein Schimmelpilz sehr rasch ausbreiten.

Ebenso können Pflanzen in der Wohnung eine Ursache für Schimmelpilzbefall auf den Blättern oder auf der Blumenerde sein. Eine weitere Quelle können Nahrungsmittel sein, auf denen sich Schimmelpilze bilden und die bei der Zubereitung eingeatmet werden (z.B. unsachgemäß gelagertes Müsli). Auch Haustiere bringen Schimmelpize mit in die Wohnung. Schimmelpilze kommen jedoch auch im Freien vor. Sie wachsen auf Blattoberflächen, Gräsern und Getreide sowie auf Pflanzenabfall (Kompost) und können beim Lüften auch in das Haus gelangen. Im Juli und August tritt die höchste Sporenbelastung auf und kann wegen der gleichen Symptome bei Allergikern mit Heuschnupfen verwechselt werden.

Nur wenige Kinder sind durch Schimmelpilzsporen gefährdet. Es erkranken meist Kinder, die durch die genetische Veranlagung durch die Eltern eine Bereitschaft zu Allergien besitzen. Bei Verdacht auf eine Schimmelpilzallergie sollte eine Diagnostik über einen Hauttest (Pricktest) oder über Blutdiagnostik (RAST) durchgeführt werden. Sollte sich der Verdacht bestätigen, müssen folgende Maßnahmen durchgeführt werden: Inspektion der Wohnung, ob hinter den Möbeln Feuchtigkeit mit sichtbarer Schimmelbildung zu finden ist, notfalls Tapete lösen und die Wand inspizieren. Die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung sollte unter 65% betragen. Raumtemperatur um 20 Grad Celsius, da sich unterhalb dieser Temperatur an kalten Stellen leicht Feuchtigkeit ablagert. Wohnung 3 – 4 mal täglich für 5-15 Minuten lüften, besonders die Nassräume. Die Möbel sollten 10 cm von der Wand abgerückt werden. Keine Topfpflanzen im Schlafzimmer und eine künstliche Luftbefeuchtung sollte unterbleiben. Schlecht isolierte Häuser mit feuchten Wänden und Schimmelpilzbefall müssen saniert werden.

Ist mein Neugeborenes durch Keuchhusten gefährdet?

Der Keuchhusten wird durch das Bakterium Bordatella pertussis ausgelöst und durch Tröpfcheninfektion bei engem Kontakt direkt auf andere Menschen übertragen. Weltweit erkranken heute noch ca. 60 Millionen Menschen pro Jahr. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung beträgt 4 – 14 Tage. Im typischen Verlauf beginnt ein nächtlicher Husten, der sich innerhalb von 3 Wochen zu heftigen Hustenanfällen mit Erstickungsanfällen steigert.

Ohne Behandlung dauern diese Hustenanfälle dann auch am Tage über 3 Wochen an, um danach über 3-5 Wochen allmählich zu verschwinden. Der Erkrankte fühlt sich während der Hustenphasen sehr elend, die gesamte Familie kann nachts kaum Schlaf finden. Als Komplikationen sind Lungenentzündungen sehr gefürchtet. Bei Säuglingen und Kleinkindern kommt es bis zu 10% zu einer Beteiligung des Gehirns im Sinne einer Encephalitis (Gehirnentzündung). Nicht selten können diese Kinder daran sterben.

Neugeborene erhalten gegenüber einer Infektion mit Keuchhusten keinen Nestschutz von der Mutter, wie es bei Masern, Mumps, Röteln und Windpocken der Fall ist. Die Infektion ist in diesem Alter schwer zu erkennen, da kein typischer Husten besteht. Die Säuglinge wirken krank, sie hüsteln leicht und haben Atempausen (Apnoe-Anfälle). Nicht selten ist ein "Plötzlicher Säuglingstod" in Wahrheit eine Keuchhusten-Infektion, die wegen der untypischen Symptome nicht erkannt wurde.

 

Nach durchgemachter Erkrankung besteht keine lebenslange Immunität, sondern nur für 10-15 Jahre. Dies gilt auch für Personen, die gegen Keuchhusten geimpft sind. Daher ist Keuchhusten auch eine Erkrankung im Jugendlichen- und Erwachsenenalter.

Bei den Erwachsenen ist die Diagnose schwer zu stellen, da die behandelnden Ärzte meist nicht an Keuchhusten als Ursache für die schweren Hustenanfälle denken. Die Patienten durchlaufen nicht selten eine Odyssee an Diagnostik mit Allergietest, Röntgen, Lungenszintigraphie und Lungenspiegelung, bis die Diagnose schließlich vermutet und dann durch Bluttests bestätigt wird. In dieser langen Phase der Erkrankung wurden dann bereits viele Kontaktpersonen angesteckt.

Die Behandlung besteht in der Gabe eines Antibiotikums. Diese Therapie wirkt jedoch nur in den ersten 2-3 Wochen der Erkrankung, da der weitere Verlauf durch Toxine der Bakterien hervorgerufen werden, die durch Antibiotika nicht beeinflußt werden können. Durch das rechtzeitig eingenommene Antibiotikum ist der Erkrankte nach 6 Tagen nicht mehr ansteckend. Gegen den Hustenreiz helfen nur stark wirksame Hustenblocker.

Der beste Schutz wird durch eine konsequente Impfung gegen Keuchhusten erreicht. Wegen der hohen Gefährdung für Säuglinge wird diese Impfung bereits im Alter von 2-3 Monaten durchgeführt, heute in der 6-fach Kombination auch gegen andere Erreger.


Bis zum 2. Lebensjahr müssen 4 Impfungen durchgeführt werden. Der Impfstoff war bis vor 20 Jahren als "Ganzkeim-Impfstoff" problematisch mit häufigen Nebenreaktionen. Heute ist nur ein Teil der Keuchhustenbakterien ohne Zellkern im Impfstoff enthalten und dieser wird gut vertragen.

Der Impfschutz hält nur 10-15 Jahre und sollte dann alle 10-15 Jahre mit einer Impfung aufgefrischt werden. Wichtig ist, daß nach den Empfehlungen der "Ständigen Impfkommission" (STIKO) außer den Säuglingen und Kleinkindern zumindest Jugendliche konsequent geimpft werden, um ihnen den schweren Krankheitsverlauf mit Fehlzeiten in der Schule und Fehlzeiten im Beruf der Eltern zu ersparen. Außerdem ist die Impfung für Erwachsene empfohlen, die engen Kontakt zu Neugeborenen und Säuglingen haben.

 

Soll ich mein Neugeborenes gegen Rotaviren impfen lassen?

Rotaviren sind die häufigsten und gefürchtetsten Erreger einer Magen-Darm-Infektion.

Fast alle Kinder und Erwachsene machen im Laufe ihres Lebens eine solche Darminfektion durch, die meisten Infektionen verlaufen leicht und harmlos. Eine besonders gefährdetet Gruppe sind jedoch Säuglinge und Kleinkinder sowie Erwachsene über 60 Jahre. In diesen beiden Altersgruppen besteht eine geringe Immunabwehr und es kann eine schwere Erkrankung mit Todesfolge eintreten. Die Krankheitszeichen sind schwere Durchfälle, Fieber, mehrfaches Erbrechen mit Gefahr der Austrocknung und Elektrolytverlust. Ohne Behandlung kommt es zur Bewusstlosigkeit, zu Krämpfen und zum Nierenversagen. Daher ist bei schweren Verläufen immer eine rechtzeitige Krankenhausbehandlung erforderlich.

Sehr gefährdet sind besonders Kinder in der dritten Welt, die wegen des schlechten Ernähungszustandes und der schlechten medizinischen Versorgung oft daran sterben. Weltweit zählt man jährlich 400.000 bis 600.000 Todesfälle durch Rotaviren bei 138 Millionen Erkrankungen. In Deutschland werden jährlich über 50.000 Rotavirus-Erkrankungsfälle gemeldet, in den USA sind es mehr als 2 Millionen Kinder mit 20 bis 40 Todesfällen.

 

Die Ansteckung geschieht fast immer von Mensch zu Mensch über Ausscheidung der Erreger über den Darm mit mangelnder Toiletten-Hygiene. Die Erreger sind äußerst resistent gegenüber Desinfektionsmittel und können sich deshalb auch in Krankenhäusern leicht verbreiten.

Auch in Schwimmbädern mit hohem Chlorgehalt können sie leicht überleben und werden besonders beim Baby-Schwimmen (Schlucken von Wasser) leicht übertragen.
Seit 2006 sind zwei Schluckimpfstoffe zugelassen.

 

Der Impfstoff muss ab der 6. bis 12. Lebenswoche zwei bzw. dreimal (je nach Hersteller) im Abstand von 4 Wochen gegeben werden. Die Kosten belaufen sich insgesamt auf ca. 180 Euro und werden zurzeit nur von den Privatkrankenkassen übernommen. Einige gesetzliche Krankenkassen erstatten jedoch die Kosten für diese Impfung. Die Impfungen können als 3. Impfung ohne Bedenken zusammen mit den 6-fach-Impfungen und der Impfung gegen Masern/Mumps/Röteln/Windpocken als verabreicht werden. Der Impfstoff schmeckt süß und wird von den Babys gerne eingenommen. Die Impfung sollte bis zum 6. Lebensmonat abgeschlossen sein.

Vorsicht ist geboten, wenn in der Umgebung eine Person mit Immunschwäche lebt, da das abgeschwächte Impfvirus über den Darm ausgeschieden und übertragen werden kann.

 

Die Impfung ist sehr zu empfehlen, da sie nicht nur vor schwerer Erkrankung schützt, sondern auch eine Krankenhausbehandlung verhindert und Fehlzeiten im Beruf vermindert.

 

Ist mein Kind gefährdet gegenüber Allergien?

Allergien sind die häufigsten chronischen Erkrankungen bei Kindern.

Sie nehmen zu und sind heute bei ca. 40 % aller Kinder zu finden. Sie äußern sich als Allergie gegen Pollen (Heuschnupfen), Hausstaub-Milben und Tierhaare sowie als Neurodermitis und Asthma bronchiale.

Wesentliche Gründe für die Zunahme sind Umweltfaktoren. Glaubte man früher, daß die Zunahme an Allergien mit der Belastung der Umwelt an Schadstoffen zusammenhängt, ist man heute der Auffassung, daß die Ursache eher bei der übertriebenen Hygiene in der Umgebung der Kinder zu suchen ist.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands hat man festgestellt, daß in den neuen Bundesländern die Kinder deutlich weniger an allergischen Erkrankungen litten, obwohl sie einer vermehrten Schadstoffbelastung ausgesetzt waren (Industrie, Abgase durch Autos und Schornsteine). Heute sind die Kinder dort ähnlich allergiebelastet wie in den alten Bundesländern. Übertriebene Hygiene schadet also der Gesundheit. Bei der Hautmanifestation der Allergie, der Neurodermitis, ist allerdings die Zunahme dieser Erkrankung in Zusammenhang mit der Beimischung der Nahrungsmittel an Konservierungsstoffen und Farbstoffen zu sehen.

Ein anderer wichtiger Faktor ist die erbliche Veranlagung.

Wenn einer der Elternteile an einer Allergie leidet, besteht das Risiko zu etwa 30 %, daß die Kinder im Laufe ihres Lebens ebenfalls eine allergische Erkrankung entwickeln. Sind beide Eltern Allergiker, steigt dieses Risiko auf ca. 50 % an.

Wenn eine solche erbliche Belastung besteht, können Eltern eines Neugeborenen mit einfachen, aber wirkungsvollen Maßnahmen eine mögliche Allergie verhindern bzw. auf ein späteres Lebensalter verschieben.

Diese Vorsorgemaßnahmen sind im einzelnen: Möglichst lange mit Muttermilch ernähren (mindestes bis zum 6. Lebensmonat), bei Stillproblemen alternativ hypoallergenen Nahrung füttern (bei dieser "HA-Nahrung" ist das Milcheiweiß verändert worden), konsequentes Rauchverbot für alle Familienmitglieder, keine Haustiere (Hund, Katze, Kaninchen, Meerschweinchen) im Haushalt sowie Verhinderung der Überwärmung des Zimmers mit der Gefahr der Austrocknung der Schleimhäute.

Zur Vorbeugung einer eventuellen Hausstaub-Milben-Allergie sollten im Schlafzimmer des Kindes alle Staubfänger (Kuscheltiere, Teppich, Bettvorleger, Übergardinen) vermieden werden bzw. sollten sie regelmäßig gereinigt werden.
Hier hilft auch viel Frischluft im Zimmer sowie im Freien.

 

Bei Allergie gegen Pollen und Hausstaubmilben sollten konsequent Medikamente zur Linderung gegeben werden, um einen Wechsel von der Nasen-Rachenschleimhaut auf die Schleimhaut der Bronchien mit der Gefahr eines Asthma bronchiale zu verhindern. Bei beginnendem Asthma sollte eine Hyposensibilisierung durchgeführt werden.

Dabei werden die auslösenden Allergenextrakte in steigender Konzentration unter die Haut injiziert. Dies ist in der Regel nur bei Kindern ab dem 6. Lebensjahr möglich, da sie erst dann die Injektionen tolerieren. Eine neue alternative Therapie besteht in der Gabe von Tropfen bzw. Tabletten vor dem Frühstück unter die Zunge. Diese Therapien werden in der Regel über 3 Jahre durchgeführt und bringt bei etwa 80 % einen erheblichen Rückgang der Symptome.

Ebenso muß bei Asthma bronchiale eine konsequente medikamentöse Therapie durchgeführt werden, um bleibende Schädigung der Lunge mit der Gefahr einer frühzeitigen Invalidität zu vermeiden. Dabei wird bei schwerem Asthma regelmäßig mit Cortison inhaliert, um die Kinder dauerhaft von ihren Beschwerden zu befreien. Dieses Cortison wirkt nur lokal in den Bronchien, wird kaum vom Körper aufgenommen und ist weitgehend frei von Nebenwirkungen. Ein großes Problem ist die Behandlung der Neurodermitis, die immer sehr individuell therapiert werden muß und die durch Streßfaktoren sehr beeinflußt wird.

 

 

 

Wie kann man sein Baby vor dem „Plötzlichen Säuglingstod“ schützen?

Der Plötzliche Säuglingstod (englisch: Sudden Infant Death, SID) Der Plötzliche Säuglingstod (englisch: Sudden Infant Death, SID) ist in Deutschland mit jährlich ca. 500 Todesfällen einer der Haupttodesursachen im ersten Lebensjahr. In einer Großstadt wie Hamburg stirbt daran beinahe jeden Monat ein Baby. Dabei liegen die Gipfel der Sterblichkeit zwischen der 3. – 7. sowie der 12. – 17. Lebenswoche.  

Der Ablauf des Ereignisses ist für die Eltern immer wieder dramatisch und unfaßbar: Der Säugling wird völlig gesund zum Schlafen gelegt und die Eltern finden ihr Kind tot im Bett vor, ohne daß sie irgendetwas bemerkt haben. Bei der Untersuchung nach dem Tod werden in den meisten Fällen keine erkennbaren Erkrankungen gefunden. In einer groß angelegten Studie wurden in Deutschland alle diese Todesfälle sehr genau analysiert, um der Todesursache auf die Spur zu kommen. Das Ergebnis steht noch aus.ist in Deutschland mit jährlich ca. 500 Todesfällen einer der Haupttodesursachen im ersten Lebensjahr. In einer Großstadt wie Hamburg stirbt daran beinahe jeden Monat ein Baby. Dabei liegen die Gipfel der Sterblichkeit zwischen der 3. – 7. sowie der 12. – 17. Lebenswoche.
Der Ablauf des Ereignisses ist für die Eltern immer wieder dramatisch und unfaßbar: Der Säugling wird völlig gesund zum Schlafen gelegt und die Eltern finden ihr Kind tot im Bett vor, ohne daß sie irgendetwas bemerkt haben. Bei der Untersuchung nach dem Tod werden in den meisten Fällen keine erkennbaren Erkrankungen gefunden. In einer groß angelegten Studie wurden in Deutschland alle diese Todesfälle sehr genau analysiert, um der Todesursache auf die Spur zu kommen. Das Ergebnis steht noch aus.

In den letzten 20 Jahren hat man einige Risikofaktoren erkannt, die zur Häufung der Todesfälle an SID führen. Bei einer Vermeidung dieser Faktoren kann die Zahl der Todesfälle erheblich reduziert werden und erspart den Eltern ein schweres Schicksal.
Der größte Risikofaktor ist die Schlafposition in Bauchlage
. Nach einer Hamburger Studie hat sich durch umfangreiche Aufklärung die Zahl der Mütter, die ihr Baby in Bauchlage zum Schlafen legen, von 8 % (1996) auf 3 % (2001) verringert. Das Problem ist, daß bis vor 30 Jahren die Bauchlage generell empfohlen wurde. Man glaubte, daß bei einem nächtlichen Erbrechen des Kindes hiermit die Luft- und Atemwege frei gehalten werden. Man weiß aber, daß bei Völkern, die ihre Säuglinge traditionell zum Schlafen auf den Rücken legen, kaum Todesfälle am SID vorkommen. Nach heutiger Auffassung wird auch die Seitenlagerung nicht empfohlen, da die Säuglinge bei nächtlicher Bewegung in Bauchlage geraten können.
Ein weiterer Risikofaktor ist das Rauchen in der Schwangerschaft
, in der Stillzeit sowie in der Umgebung des Säuglings. Nach der Umfrage in Hamburg wird in den letzten Jahren unverändert zu 40 % in der Umgebung des Säuglings geraucht. 20 % der Mütter haben bereits während der Schwangerschaft geraucht, davon 20 % über 10 Zigaretten pro Tag. Besonders die letzte Zahl ist alarmierend hoch, da hier das Risiko für den SID bis zu achtmal höher liegt.
Weiterhin besteht für Säuglinge ein Risiko, wenn sie nicht voll gestillt werden. Neben vielen anderen Vorteilen schützt die Muttermilch auch vor dem Plötzlichen Säuglingstod. In den ersten 16 Wochen werden jedoch 25 % aller Säuglinge nicht mehr ausschließlich gestillt.
Wenn alle drei Risikofaktoren zusammenkommen, summiert sich das Risiko deutlich.

Es gibt jedoch noch eine Reihe von andere Faktoren, die den SID begünstigen: Frühgeburt, Lärm, Schlafen im Ehebett (Verlegung der Atemwege durch Änderung der Schlafposition der Eltern), Alkohol und Drogen während der Schwangerschaft.

Vermeiden von Überhitzung / Hitzestau; empfohlene Temperatur im Schlafzimmer: 16°-18° C. Von Anfang an Schlafsack, keine Decke, kein Kissen, kein Nestchen, kein Mützchen, atmungsaktive und feste Matratze, kein Schaffell ins Bettchen, kein Himmel über dem Bett, kein Plüschkram, Kuscheltiere etc. ins Bettchen.

In Ländern wie Neuseeland, Australien, England und Skandinavien ist infolge einer breiten Aufklärungskampagne die Häufigkeit am "Plötzlichen Säuglingstod" im Vergleich zu Deutschland deutlich mehr zurückgegangen.
 

 

 

 

Welche Faktoren können einen „plötzlichen Säuglingstod“ auslösen?.

Die genauen Ursachen des plötzlichen Säuglingstodes (SID) sind noch nicht bekannt.

 

Aber folgende Faktoren spielen eine übergeordnete Rolle:

Bauchlagerung – also nur Rückenlage, keine Bauchlagerung. Von Anfang an Schlafsack, keine Decke, kein Kissen, kein Nestchen, kein Mützchen, kein Schafsfell im Bettchen, keinen Himmel über dem Bett, kein Plüschkram, sowie eine atmungsaktive feste Matratze.

Überwärmung/Hitzestau – empfohlene Temperatur im Schlafzimmer 16-18°C.

Rauchen – also nicht in der Umgebung des Säuglings rauchen. Achtung: Schadstoffe nach dem Rauchen sind auch in der Kleidung und in den Haaren.

Ratsam ist auch das Stillen, einen Schnuller zum Einschlafen und möglichst ein eigenes Bett im Elternschlafzimmer. Das Kind sollte nicht im Bett der Eltern schlafen.

In Ländern, in denen diese Risiken konsequent vermieden werden (Skandinavien und Holland) stirbt kaum ein Kind an SID.
In Hamburg konnte durch konsequente Öffentlichkeitsarbeit die Todesrate innerhalb von wenigen Jahren von 30 Kinder auf 6-7 Kinder pro Jahr verringert werden.
Das größte Problem besteht immer noch im Vermeiden des Rauchens.

 

 

Mein Baby hat Schnupfen, was kann ich tun?

Schnupfen ist die häufigste Erkrankung im Kindesalter. Ständig laufen Kinder mit schniefenden Nasen herum und finden Schnupfen einfach nur lästig.
Für Babys ist Schnupfen aber nicht nur lästig, es hat auch Schwierigkeiten beim Trinken, weil es wegen der verstopften Nase über der Mund atmen muss.

Am besten hilft hier, soweit Sie stillen können, Ihrem Baby jeweils ein bis zwei Tropfen Muttermilch ins Nasenloch zu geben. So wird die Nase vor dem Stillen frei.

Ansonsten hilft, z.B. das Einträufeln vonausgewogenen Kochsalzlösungen, (in der Apotheke erhältlich) oder auch das Entfernen des Schleims mit einem Nasenabsauger, den es ebenfalls in der Apotheke gibt. Besser noch ist allerdings das Mucex Schleim-Absaugegerät für Neugeborene (rezeptfrei für 2-3 €). Wenn es damit nicht besser wird, helfen natürlich abschwellende Nasentropfen, da Babys und Kleinkinder noch nicht schnäuzen können. Da diese Tropfen aber bei längerer Anwendung die Schleimhäute der Nase reizen können, sollte sie nicht länger als 5-7 Tage angewednet werden.

Wichtig für Babys mit Schnupfen ist das ausreichende Trinken, am besten in Form von Wasser, Früchtetees oder stark verdünnten Obstsäfte. Durch den Schnupfen und die meist erhöhte Körpertemperatur geht dem kleinen Körper viel Flüssigkeit verloren, die ersetzt werden muss. 

 

 

Schnupfen. Warum läuft die Nase bei Kälte und Erkältungen?

Es ist eigentlich immer das gleiche: ob nun bei einer Erkältung durch Viren,bei einer Allergie durch Pollen oder durch Kälte im Winter, immer reagiert die Nasenschleimhaut mit einer stärkeren Durchblutung, die letztlich zu einer verstärkten Flüssigkeitsabsonderung führt.

Das ist zum einen eine Reaktion auf die Reizstoffe (Viren oder Pollen), zum anderen befördert die Flüssigkeit einen Teil dieser Substanzen auch wieder heraus. Dieser sog. Fließschnupfen ist wässerig und typisch für eine akute Erkältung.

 

 

Welche Hausmittel helfen Babys mit Schnupfen?

Das älteste Hausmittel, und besonders für Babys geeignet, sind Zwiebelsäckchen, die schleimlösend wirken und ca. 1 m vom Bettchen entfernt aufgehängt werden sollen. Dafür muss eine kleingeschnittene Zwiebel in ein Tuch eingeschlagen werden. Wechseln Sie die Zwiebeln alle 2-3 Tage aus.

Zudem sorgen Sie dafür, dass das Zimmer, in dem das Baby sich überwiegend aufhält nicht zu überheizt ist. 20 °C reichen völlig aus. Sorgen Sie bitte auch dafür, dass die Luft in dem Zimmer angefeuchtet ist. Dafürs muss man sich keinen Zerstäuber zulegen, ein feuchtes Handtuch, alle 3-4 Stunden wieder angefeuchtet, über die Heizung gelegt, hilft auch.

Wichtig ist auch, dass Sie mit Ihrem Baby unabhängig vom Schnupfen 2 Mal am Tag draußen sind. 

 

 

 

Warum kommt es bei älteren Säuglingen und Kleinkindern so häufig zu Erkältungen mit Fieber?

Erkältungen, auch grippale Infekte genannt, sind die häufigsten Infektionen überhaupt. Während Erwachsene 2 – 3 Mal pro Jahr daran erkranken können, geschieht das bei Kleinkindern bis zu 13 Mal im Jahr. Ältere Säuglinge aber besonders Kleinkinder müssen  in den ersten beiden Lebensjahren die üblichen Infekte durchmachen, um eine Immunität aufzubauen (Abwehr gegen Infektionen), um später nicht mehr so oft krank zu werden.

Je öfter, mit zunehmenden Alter,  der Kontakt zu anderen Kindern, wie älteren Geschwistern, in der Krippe und im  Kindergarten besteht, umso häufiger treten diese Infekte auf .

Besonders, wenn außer dem häufig auftretenden Fieber, heftige Allgemeinsymptome auftreten wie anhaltend hohes Fieber über 39 Grad, Bauchschmerzen, Schmerzen beim Wasserlassen, Durchfälle und Erbrechen sowie reduziertes Allgemeinbefinden, sollte unbedingt der Kinder- und Jugendarzt aufgesucht werden.

Bei Beginn des Fiebers kann in der Regel erst einmal abgewartet werden, ab 39 Grad Fieber eventuell ein Fieberzäpfchen (s. auch weiter unten). Dies gilt besonders in der Nacht, um eventuell am Tage oder nach dem Wochenende den Arzt aufzusuchen.

 

Kinder zwischen einem und drei Monaten mit Fieber über 38,5 Grad. Was sollte man tun?

In diesem Alter ist bei Fieber nur noch selten mit einer scheren bakteriellen Infektion zu rechnen. In den meisten Fällen handelt es sich hier im Winter um virale Infekte u.a. durch das RSV-Virus (Respiratory-Syncitial-Virus) und durch Influenzaviren. Im Sommer und Herbst dominieren die Enteroviren, die im Darm ihr Unwesen treiben. Auch Harnwegsinfekte sind häufig. 

Für Kinder in diesem Alter steht an erster Stelle die Behandlung mit verdünntem Fenchel- oder Kräutertee. Um einen Hitzestau zu vermeiden, sollte leichte Nachtwäsche und eine leichte Zudecke benutzt werden und für frische, feuchte Zimmerluft gesorgt sein. Stosslüften und ein Wäscheständer mit frisch gewaschener Wäsche oder saubere, feuchte Handtücher, die man auf die warmen Heizkörper legt, sorgen für gute Raumluft.

Sollte die Körpertemperatur zu sehr ansteigen, über 39,5 °C, können  handwarme Leibwickel bei Kleinkindern hilfreich sein, die etwas kühlen und zugleich den Überschuss an Wärme abtransportieren. Sollte das Fieber nicht sinken, wird der Arzt/Ärztin Zäpfchen verschreiben, z.B. Ibuprofen oder Naproxen. Auf keinen Fall darf das Trinken nicht vergessen werden!

Selbstverständlich muss das Fieber medikamentös gesenkt werden, wenn es mit Bewusstseinsstörungen, Mattigkeit, auch verbunden mit Durchfall und Erbrechen, Fieberkrämpfen und Luftnot einhergeht. Dann ist eine Behandlung im Krankenhaus notwendig, um eine sofortige intravenöse Flüssigkeits- und Antibiotikatherapie durchzuführen.

 

Was tun bei einem Fieberkrampf?

Fieberkrämpfe kommen bei Babys kaum vor, bei Kindern meist ab dem 1. Lebensjahr bis zum 5. Lebensjahr (s. dazu Kleinkinder/Fieberkrämpfe) 

 

Wie mache ich einen Wadenwickel?

 Ganz wichtig vorweg: Bei kalten Händen, kalten Füßen oder kalten Beinen und Schüttelfrost darf trotz Fieber kein Wadenwickel gemacht werden.

Zur Vorbereitung eines Wadenwickels legen Sie im Bereich der Beine Ihres Kindes ein dickes oder ein zusammengelegtes Frotteetuch zum Schutz auf die Matratze. Anschließend tränken Sie ein Geschirrhandtuch in Wasser, dessen Temperatur nur wenig unter der gemessenen des Kindes liegt, bei 39 °C Fieber also etwa 34 °C. Sonst wird der Wadenwickel als zu schmerzhaft empfunden. Die nassen Handtücher werden ausgewrungen und locker um die Beine gelegt und mit dem Frotteetuch umwickelt. Wechseln sie die Wickel, wenn sie kalt geworden sind, rechnen Sie nach 15 – 20 Minuten. Decken Sie das Kind mit einer leichten Decke zu.

 

 

Was ist Fieber und wodurch entsteht Fieber?

Es ist ein verbreiteter Irrglaube, dass Fieber die Krankheit sei.

Sie ist aber nur die Antwort auf eine Erkrankung. 
Deshalb ist eigentlich nicht die Behandlung des Fiebers erforderlich, jedenfalls nicht, solange das Fieber unter 38,5°C bleibt, sondern die Behandlung der auslösenden Krankheit. Das Unterdrücken des Fiebers schwächt eher den sinnvollen Abwehrkampf gegen die Krankheit und kann dazu führen, andere Symptome zu übersehen. Deshalb wird mittlerweile in Deutschland, England und den USA bei ansonsten unauffälligen Kindern eine Fiebersenkung z.B. mit Paracetamol oder Ibuprofen nicht mehr empfohlen. Symptom einer Krankheit.

Fieber ist also keine Krankheit, sondern ein Symptom (eine Begleiterscheinung) und zugleich Teil eines Selbstheilungsmechanismus.

Fieber entsteht bei der Auseinandersetzung des Organismus mit Bakterien und Viren. Es ist ein Abwehrkampf des Immunsystems gegen diese Eindringlinge, es kommt zur vermehrten Bildung sog. Makrophagen (sie gehören zu den weißen Blutzellen), die Bakterien und Viren in sich aufnehmen können und sie vernichten. Beim Fieber (rektal gemessene Temperatur über 38 °C) wird der Sollwert im dafür zuständigen Gehirnteil (Hypothalamus) wie bei einem Thermostaten nach oben verschoben.

 In einem komplexen Vorgang werden dabei u.a. auch Prostaglandine freigesetzt, das sind ähnliche Wirkstoffe, wie sie auch beim Auslösen der Wehen unter der Geburt auftreten. Über diese Prostaglandine werden bestimmte Rezeptoren gesteuert, die die Wärme abgebende Prozesse hemmen und für die Erweiterung der Blutgefäße und damit für eine steigende Körperwärme, dem Fieber, sorgen. 

 

 

Bei welchen Symptomen sollte Fieber gemessen werden?

Die Kinder sind quengelig, selbst auf dem Arm oder Mutter oder des Vaters selten zufrieden, die Haut ist deutlich wärmer, häufig gerötet, die Lippen sind trocken, die Zunge kann belegt sein und der Puls ist häufig beschleunigt 

Erhöhte Temperaturen können allerdings auch auftreten, wenn Babys zu lange in der Sonne gelegen und zuwenig getrunken haben, oder sie einfach zu dick angezogen bzw. zugedeckt wurden.
 

Wo sollte das Fieber gemessen werden?

Am genauesten ist die Messung der sog. Körperinnentemperatur und der kommt man mit einer 3-minütigen Messung unter der Zunge oder im After (rectal) am nächsten. Das Einführen in den After erleichtern Sie mit etwas Vaseline an der Spitze des Thermometers. Meist reicht dann anschließend das Reinigen mit heißem Wasser, wenn Ihnen das nicht sicher genug erscheint, nehmen Sie ein Desinfektionsmittel.
Da das aber insbesondere bei kleinen Kindern nicht sonderlich beliebt ist, und wegen notwendigen Zeitdauer von 3 min häufig auch nicht möglich, wird häufig zum Ohrthermometer gegriffen, die Messung der Temperatur erfolgt mittels Infrarotthermometer.
Auch das Fiebermessen im Ohr ist nicht ganz einfach, und sollte vorher geübt werden, weil Sie den Gehörgang durch leichtes Ziehen des Ohrläppchens nach hinten strecken müssen. Diese Messungen sind aber weniger zuverlässig, genau so wenig wie das Messen in der Achselhöhle. Vorsichtshalber sollten Sie an beiden Ohren messen, aber bitte nicht, wenn das Kind eine Mittelohrentzündung hat. Die Werte sind dann zu hoch.
Außerdem schwankt die individuelle Körpertemperatur von Mensch zu Mensch und ist auch zu verschiedenen Tageszeiten etwas unterschiedlich.

Die entscheidende Frage heißt aber immer: hat das Kind Fieber oder nicht? 

Die normale, rectale Temperatur liegt zwischen 36,5 und 37,5°C., bis 38,5 °C handelt es sich um erhöhte Temperatur. Erst bei Temperaturen ab 38,5 °C spricht man von Fieber – (für die Behandlung Ihres Arztes ist das als Information äußerst wichtig)! 

 

Was muss ich bei Neugeborenen mit Fieber beachten? Sollte Fieber immer gesenkt werden?

Bei Beginn des Fiebers kann in der Regel erst einmal abgewartet werden, erst ab 39 Grad Fieber sollte eventuell ein Fieberzäpfchen gegeben werden. Dies gilt besonders in der Nacht, um eventuell am Tage oder nach dem Wochenende den Arzt aufzusuchen.

"In den meisten Fällen erscheinen fiebernde Kinder wenig beeinträchtigt, und es kann ein ambulantes Vorgehen gewählt werden, nachdem das Kind auf Infektionen der oberen und unteren Luftwege und eine Appendicitis (Blinddarm-Entzündung) untersucht worden ist und eine Meningitis ausgeschlossen worden ist(T.Niehus, Dt. Ärzteblatt Jg 110, 45, Nov. 2013)(Achtung, Meningitiszeichen sind vor dem 15. Lebensmonat unzuverlässig).

Sollte das Neugeborene aber einen kranken Eindruck machen, und Trinkschwäche auftreten, ist eine sofortige stationäre Behandlung erforderlich, um intravenös Flüssigkeit und Antibiotika zuführen zu können.

Ansonsten steht Bettruhe sowie viel Trinken z.B. Wasser oder verdünnten Fenchel- oder Kräutertee für Babys und Kleinkinder an erster Stelle der Behandlung. Zudem sollten sie nur leicht angezogen und nicht zu dick zugedeckt sein, damit es nicht zum Hitzestau kommt. Zusätzlich sollte im Zimmer immer für Feuchtigkeit gesorgt werden, z.B. durch das Legen feuchter Handtücher auf die Heizung.

Sollten die Temperaturen  auf über 39,5 °C steigen, können handwarme Leibwickel bei Kleinkindern hilfreich sein und zugleich den Überschuss an Wärme abtransportieren. Zur Not kann aber auch ein Paracetamol®- Zäpfchen oder z.B. das homöopathische Viburcol®N-Zäpfchen verabreicht werden, bitte aber auf keinen Fall das Trinken vergessen.

Selbstverständlich muss das Fieber gesenkt werden, wenn es mit Bewusstseinsstörungen, Mattigkeit, auch verbunden mit Durchfall und Erbrechen, Fieberkrämpfen und Luftnot einhergeht. Spätestens dann sollte ein Arzt oder eine Ärztin zu Rate gezogen werden.
 

Wie wende ich ein Fieberzäpfchen richtig an?

Sie finden die Zäpfchen in einer Blisterpackung aus Kunststoff oder Stanniol vor. Sie sind darin eingeschweißt. Teilen Sie ein Zäpfchen vom Rest der Packung ab. Am spitzeren Teil des Zäpfchens finden Sie meist ein Lasche oder eine Einkerbung, die das Aufreißen der Verpackung erleichtert.
Kinder mögen Zäpfchen nicht besonders. Eine Fingerspitze der üblichen Hautsalbe auf den After, dann das Kind pressen lassen wie zum Stuhlgang. Dabei erzählen Sie Ihrem Kind etwas, um es abzulenken, dann das Zäpfchen mit der etwas dickeren Sitze in das Poloch einführen, und schwupp, schon ist es drin.
 

Ist Honig gut für Babys Erkältung?

Eigentlich ist Honig ein ganz hervorragendes Mittel gegen Erkältungen, zumal es antiseptische Wirkungen hat. (Honig wird fast nie schimmelig)

Das gilt allerdings nicht für Babys im ersten Lebensjahr.
Im Honig findet sich manchmal auch das Bakterium Clostridium botulinum. Das kommt allerdings in einer so geringen Menge vor, dass sich bei Erwachsenen und größeren Kindern daraus keine Gefahren ergeben.
Bei Babys hingegen kann dieses Bakterium Komplikationen hervorrufen.
Die Bakterien können im Darm des Säuglings ein Toxin freisetzen, dass die Darmtätigkeit stark einschränkt. Es entsteht das Botulinumtoxin,
allseits bekannt als Botox, das allerdings beim Säugling zu einer zunehmender Lähmung der Darmmuskulatur durch eine massive Vermehrung des Bakteriums führt, welches sich dann ungehindert im Körper ausbreiten und auch in anderen Bereichen zu lebensbedrohlichen Lähmungen führen kann.
 

Auf Honig im ersten Lebensjahr sollte also doch lieber verzichtet werden.

Das ist natürlich schade, weil es ja sonst auch relativ wenig gibt, womit Sie Ihrem Säugling bei einer Erkältung helfen können.Der Säugling ist auf Grund seines noch nicht ausgereiften Immunsystem noch nicht in der Lage, sich gegen die Viren, die die Erkältung auslösen, zur Wehr zu setzen.
Stillen stärkt diese Abwehr, ist aber zugleich erschwert, da Säuglinge noch nicht über den Mund, sondern nur über die Nase atmen können.
Ein Dilemma ist, wenn diese durch den Schnupfen verstopft ist. Dann hilft es evt., ein Wattestäbchen in eine dünne Salzlösung zu tauchen und vorsichtig in die Nase des Kindes einzuführen oder ggf. Nasensalbe nach Anordnung des Kinderarztes. Auch je ein Tropfen Muttermilch ins Nasenloch ist hilfreich.
 

Kinder im Alter von 3 -36 Monaten mit Fieber, was tun?

Meist sind virale Infektionen die Ursache von fiebernden Kleinkindern. Meist sind dafür dieselben Viren verantwortlich, die schon bei den Kindern zwischen einem und drei Monaten zum Auftreten von Fieber führen.

In zunehmendem Masse treten aber auch Infektionen mit den Bakterien vom Typ: Haemophilus-influenza-Typ-b (Hib) und Pneumokokken auf. Da aber viele Kinder dagegen geimpft wurden, konnte das Auftreten dieser Infektionen um 30 % (Pneumokokken) bis 90 % (Hib) reduziert werden.

Bei diesen Kindern sollten bei Fieber zunächst die guten alten Hausmittel verwendet werden: Bettruhe, Wadenwickel (die Temperatur sollte ca. 5 ° C unter der Körpertemperatur des Kindes liegen, d.h. bei einem Kind mit 39° Fieber, also in etwa 34 Grad). Zusätzlich sollten die Kinder ausreichend trinken. Rechnen Sie je Grad des Fiebers über 37 ° mit einem Flüssigkeitsverlust von jeweils 10%. Das bedeutet, dass ein Kind mit 40° Fieber einen zusätzlichen Flüssigkeitsbedarf gegenüber der normalen täglichen Menge von 30 % hat. Motivieren Sie also Ihr Kind laufend zum Trinken. Damit wird es Ihnen meist gelingen, das Fieber zu senken, ohne fiebersenkende Mittel zu verwenden.

Wenn Trinken allein aber nicht hilft, können Sie z.B. zu einem Paracetamol-Zäpfchen greifen. Die zu verwendende Dosis sollte nach dem Gewicht des Kindes und nicht nach dem Alter bemessen werden; sie liegt bei 8 mg pro kg. Körpergewicht und wird 3-4 Mal am Tag gegeben. Ein dreijähriges Kind wiegt etwa 14 kg, es dürfte also bis zu 4 Zäpfchen mit 125 mg Paracetamol (8 x 14) am Tag erhalten.