Die Ernährung des Babys

Welche Nahrungsmittel darf man seinem Baby ab wann unbesorgt geben?

Die meisten Kinder sind mit Beginn des 7. Lebensmonats bereit für die Einführung von Beikost. Am besten ist es, wenn dies unter dem Schutz der Muttermilch geschieht, d.h. das Baby wird zu jeder Beikostmahlzeit noch gestillt. Es kann dann die neue Nahrung besser kennen lernen und verdauen. Die Zufütterungsmengen müssen nicht groß sein, sollten aber bald vier verschiedene Nahrungsmittelgruppen beinhalten.
Begonnen wird mit gedünstetem Gemüse und gedünstetem Obst, gefolgt von Fleisch, Fisch und Getreide in Flockenform.
Ab dem ersten Geburtstag kann das Baby vom Familientisch essen.

Welche Nahrungsmittel sind förderlich für das Baby, welche sollte man hingegen meiden?

Kinder im ersten Lebensjahr sollten keinen Honig essen (Gefahr: Botulismus), keine Frischkornbreie, Müsli oder ungekochtes Getreide. Ebenso bitte Beigaben von Salz oder starken Gewürzen im ersten Lebensjahr vermeiden.
Die meisten Ernährungsempfehlungen verzichten auf frische Kuhmilch im ersten Lebensjahr.

Welche Babybreie sollte man in welcher Reihenfolge anbieten?

Am einfachsten ist es, tagsüber mit dem Gemüsebrei zu beginnen. Das schützt vor unruhigen Nächten, falls das Kind auf die Einführung von Beikost reagiert.
Darauf folgt der Obstbrei am Nachmittag und der Abendbrei, dieser sollte ab 9. Monat eingeführt werden und ist in der Regel  ein getreide-Milchbrei.

Was sollte man beim Kochen und der Zubereitung des Babybreis beachten, um dem Baby die beste Qualität zu sichern?

Das Gemüse sollte in wenig Wasser, schonend im Dampfgarer oder Kochtopf mit Dämpfeinsatz gegart und dann püriert werden. Es sollte frisches Gemüse aus kontrolliertem Anbau oder Tiefkühlgemüse verwendet werden, kein Dosengemüse.

Sind die Kinder etwas älter, reicht es, das Gemüse mit einer Gabel zu zerkleinern.

Manche Kinder bevorzugen "Fingerfood", d.h. sie essen weich gekochte Gemüsestücke aus der Hand.

Darf man seinem Baby Blumenkohl oder Erbsen anbieten?

Ja, als Anfangsgemüse für Babys eignen sich:

Möhren, Pastinaken, Kürbis, Fenchel, Zucchini, Blumenkohl, Broccoli, Kartoffeln oder Erbsen.

Wegen der besseren Vitaminaufnahme und Kalorienergänzung sollte auf 100g Gemüse 1 Teelöffel Öl, z.B.: Rapsöl, zugegeben werden.

Muss man selbst gemachten Obstbrei kochen? Soll er vor dem Servieren erwärmt werden?

Obst sollte wegen der besseren Verdaulichkeit für Babys vor dem Verzehr gedünstet werden. Die Serviertemperatur ist unseres Erachtens eine Geschmackssache.
Empfehlenswert ist es das Obstmus nicht eiskalt sondern zimmerwarm anzubieten.

Muss man Obstsorten wie Äpfel, Birnen, Pfirsiche etc. schälen, bevor sie zu einem Brei verarbeitet werden?

Da empfohlen wird, anfangs das Obst zu dünsten, muss es vor dem Verzehr geschält werden. Hat das Baby schon einige Zähnchen und beginnt festere Nahrung zu essen, empfiehlt es sich weiterhin das, Obst zu schälen.
Die meisten Kinder mögen die Schale nicht oder verschlucken sich daran. Allerdings gibt es individuelle Unterschiede.

Warum darf man den Mittagsbrei kein zweites Mal aufwärmen?

Die Gefahr der Keimbesiedelung ist zu groß.

Aber einfrieren und anschließend aufwärmen ist durchaus möglich.

Ab wann gebe ich meinem Baby Beikost (feste Nahrung)?

Das Baby ist mindestens 4-5 Monate alt.

•      Das Baby zeigt ein gesteigertes Still/Trinkbedürfnis, das nicht mit Krankheit oder Zahnen zusammen                       hängt.

  Es zeigt Interesse am Essen der Eltern.

 

  Das Baby ist in der Lage, ein Stück gekochte Kartoffel zu greifen und selbst in den Mund zu stecken.                     Dem Kind schon vorher  den Löffel passiv in den Mund zu stecken, macht wenig Sinn. 

 

  Wenn es  mit Unterstützung sitzen und den Mund allein öffnen kann.

          Es sollte in der Lage sein,  den Löffel selbst zu leeren.

  Das Baby sollte auf keinem Fall liegend Essen.

 

  Sollte Ihr Kind gerade zahnen oder krank sein, verschieben Sie den Beginn der Beikosternährung.

 

Jedes Kind entwickelt sich individuell und fängt früher oder später an zu essen!

 

Ab welchem Alter bekommen die Babys B(r)eikost? Stellungnahme der WHO.

 Die WHO empfielt das Stillen bis zum Ende  des 6. Geburtsmonats.

Ab 7. Monat kann mit Beikost begonnen werden, aber frühestens ab Ende des 5. Monats. 

Mit welchem Gemüse als Beikost fange ich an?

  • Die Einführung und die Auswahl von Beikost sind kulturabhängig und den familiären Bedürfnissen angepasst.
  • Sie beginnt am besten zwanglos und teelöffelweise. 
  • In unserem Kulturkreis ist es in der Regel Gemüse, z.B.: Möhren, Pastinaken, Zucchini, Kürbis, Kartoffeln ,später folgen Fleisch und, seit neustem auch Fisch. 
 

In welchen Abständen füge ich eine weitere Zutat hinzu? Warum?

Im Abstand von 3 – 4 Tagen wird ein neues Lebensmittel eingeführt, um eventuelle allergische Reaktionen               zuordnen zu können.

 

Im 7. Lebensmonat kennt das Baby 4 Nahrungsgruppen, dazu gehören auch Fleisch und Fisch.

Glutenhaltiges Getreide sollte erst  ab dem 7. Monat, unverdünnte Kuhmilch erst im 2.Lebensjahr angeboten

werden. Bitte keinen Honig im 1.Lebensjahr.

 

Welche Mahlzeit ersetze ich zu Beginn?

  Die Auswahl sollte gut in den Tagesablauf der Familie passen.  

Meistens ist es die Mittagsmahlzeit, die als erstes ersetzt wird.

 

Was kann ich tun, wenn mein Kind nicht essen will?

Zwingen Sie ihr Kind nicht zum Essen.

Wenn Ihr Kind sich weigert, warten Sie einfach eine Woche und versuchen es noch einmal.

Manche Kinder mögen den Brei nicht, wohl aber Gemüse, mit den Fingern unter Aufsicht gegessen.

Wie kann ich mein Kind ohne Druck, spielerisch zum Essen bringen?

Das Essen sollte immer in der Gemeinschaft der Familie am gemeinsamen Tisch stattfinden.

Vermeiden Sie Ablenkung von aussen (Radio, Fernsehen).

Lassen Sie Ihr Kind mit den Händen das Essen probieren ("Räuberessen"), es muss über die Hände die Konsistenz des Essens erfassen, auch den Wärmegrad.

Was ist besser, Fertigprodukte oder Selbstgekochtes?

Gläschenkost ist naturgemäß  schneller und einfacher herzustellen, zudem werden an die Inhaltsstoffe

höhere Anforderungen gestellt, als bei selbst zubereiteten Lebensmitteln. Sie sollten nicht mehr als 3 Zutaten

enthalten.

 

Selbstgekochtes ist preiswerter, man kennt die genauen Inhaltsstoffe. Verwenden Sie frisches oder Tiefkühlgemüse. Dem Gemüse sollten als Kalorien Öle (Maisöl, Rapsöl) beigegeben werden und im

Schnellkochtopf zum Erhalt der Vitamine schonend, ohne Salz zubereitet werden. 

 

 

Wie portionieren ich Selbstgekochtes.

Selbstgekochtes ist aufwändig herzustellen, daher ist es sinnvoll, eine größere Menge zu kochen und es anschließend zu portionieren. Hierfür eignen sich Eiswürfelbehälter. Sie haben so die Möglichkeit den Brei einzufrieren und nach Bedarf aufzuwärmen.

Es reicht, bei Bedarf den tiefgefroerenen Brei aufzuwärmen.

 

 

Mein Baby bekommt durch die Beikost Blähungen. Was kann ich tun?

 Hier hilft gekochter Apfel oder Milchzucker.

Braucht mein Baby auch Getränke zur Beikost?

Getränke brauchen Kinder erst, wenn sie mehr feste Nahrung zu sich nehmen.

Bei wenig fester Beikost genügt die Muttermilch bzw. Muttermilchersatz.  Am besten lassen Sie das Kind gleich  aus einem Becher oder einer Tasse mit Trinkaufsatz trinken. 

Der Flüssigkeitsbedarf  beträgt etwa 120-150ml/kg Körpergewicht am Tag, dazu zählt auch die Flüssigkeit zum Brei anrühren.

 

Welche Getränke eignen sich?

Am besten eignet sich Wasser zum Trinken oder eine wenig konzentrierte  Fruchtsaftschorle (z.B.: naturreiner Apfelsaft).

Konzentrierte Fruchtsäfte oder Fruchtnektare sind zu süß. Manche Kinder würden sehr viel davon trinken und wegen des gefüllten Magens kaum noch etwas essen.

Auch Kräutertees eigen sich in Maßen.

 

Warum sollten sich Kinder nicht an das Dauernuckeln an Saft– oder Wasserflaschen gewöhnen?

Hier lauert die Kariesgefahr, und die gilt dann nicht nur für die Milchzähne sondern auch schon für die endgültigen Zähne, die sich noch in Warteposition befinden.

Ab wann kann ein Kind allmählich an Familienkost gewöhnt werden.

 Beginnen Sie ab dem ersten Geburtstag damit.

Gibt es gute Rezepte oder Tipps (Beispiele) für Babybreie?

1.    Gemüse-Kartoffelbrei

100g  Gemüse      

       50g  Kartoffeln

  1El  Öl

 

Gemüse und Kartoffeln waschen, ggf. schälen, in kleine Stücke schneiden und weichdünsten.

Alles pürrieren und Öl unterrühren

 

 

2)    Milchfreier Obst Getreide Brei ( Nachmittagsbrei)

 

100ml Wasser aufkochen

  20g   Getreideflocken (z.B.: Hirse oder Reisflocken) mit dem Schneebesen einrühren

   1Tl   Öl

50 -100g Obstmus (roh oder gekocht) unterrühren

 

 

3)    Milch-Getreide-Obstbrei ab 9.Monat

 

(Für Kinder  ohne erhöhtes familiäres Allergierisiko geeignet)

 

100ml Wasser zusammen aufkochen mit

100ml pasteurisierte Milch 3,5%

20- 30g Getreideflocken einrühren, kurz aufkochen, vom Herd nehmen und quellen lassen

2- 3El Obstmus unterrühren