Babys Zähne

Wie kann ich mein Kind von vornherein vor Karies schützen?

Achten Sie auf die Ernährung (zuckerarm) und pflegen Sie die Zähne.

 

Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die Ernährung: keine zuckerhaltigen Säfte, auch keine Apfelsaftschorle in das Fläschchen!

Möglichst keine zuckerhaltigen, klebrigen Kekse etc. und vor allem: ab dem ersten Milchzahn mit der Mundhygiene und dem Putzen anfangen.

 

Dazu sollte man eine Zahnbürste mit einem kleinen Bürstkopf verwenden, es kann auch gerne eine elektrische Zahnbürste sein, da diese gründlicher putzt, und es leichter ist, mit dieser in dem kleinen Mund zu putzen.

 

Alternativ kann man die Zähnchen auch mit einem kleinen Mullläppchen oder Stofftaschentuch abputzen, auf Zahnpasta kann zunächst verzichtet werden.

Zusätzlich ist es sinnvoll, wenn schon einige Milchzähnchen da sind, in kleinsten Mengen fluoridhaltige Zahnpasta zu benutzen, es gibt Präparate, die gerade dadurch wirken, dass nicht nachgespült werden muss.

 

Darf ich meinem Kind mit der Nuckelflasche Tee oder Fruchtsäfte geben, oder sollte ich lieber nur Wasser nehmen?

Wasser oder ungesüßter Tee sind deutlich besser.

 

Auf keinen Fall sollten Sie Ihrem Kind Fruchtsäfte aus der Nuckelflasche geben, ebenso wenig wie Fruchtsaftschorlen, da diese zucker- und säurehaltig sind und die Zähne angreifen.

 

Gegen ungesüßten Tee und Wasser ist nichts einzuwenden.

 

Darf man den Schnuller oder Babylöffel selbst in den Mund nehmen?

Man sollte das nicht routinemäßig machen, aber auch nicht zwanghaft vermeiden.

 

Es gibt Untersuchungen, nach denen die Bakterien, die für die Kariesentstehung verantwortlich sind, bei solchen Aktionen vom Mund der Mutter auf den des Kindes übertragen werden.

 

Allerdings frage ich mich, wie man eine solche Übertragung im Laufe des Lebens vermeiden will, schließlich küsst man ja auch sein Kind, und es wäre schlimm und für die Kindesentwicklung bestimmt schlecht, wenn man das aus Angst vor Keimübertragung nicht mehr tun würde.

Unserer Meinung nach ist das Risiko vernachlässigbar und harmlos.

 

Welche Zahnpasta wird für die ersten Zähne empfohlen?

Zahnpasta darf prinzipiell benutzt werden, aber:

Man sollte eine flourhaltige Kinder-Zahnpasta benutzen, am besten eine, bei der das Flour an Aminflourid gebunden ist, und zwar in geringsten Mengen, da Kleinkinder oft noch nicht so gut ausspülen können. Das darin gebundene Fluor soll schon ganz früh die Karies verhindern, die auf die später nachwachsenden Zähne übergreifen könnte. Außerdem sollte die Paste neutral schmecken, süss ist natürlich verlockender.

Wie kann man seinem Baby das Zahnen erleichtern?

Gekühlte Beißringe mit Noppen oder schmerzlindernde Gels helfen meistens, zudem ist es natürlich immer gut, das Kind zu trösten oder spielerisch abzulenken.

Achten Sie beim Kauf der Beißringe darauf, dass diese keine Weichmacher und keine giftigen Kühlflüssigkeiten enthalten. Die Ringe sollten nur im Kühlschrank aufbewahrt werden, auf keinen Fall im Eisfach damit die Ringe nicht im Mundbereich festfrieren.

Außerdem gibt es schmerzstillende Gels, z.B. Dynexan Mundgel, die direkt aufgetragen werden können, sowie homöopathische Mittel wie Osanit (zuckerfrei).
Zu den alternativen Heilmitteln gehört sicherlich auch die Bernsteinkette, die durch die ihr nachgesagte beruhigende Wirkung beim Durchschlafen helfen soll.
Auf keinen Fall sollte eine Flasche zum Dauernuckeln gegeben werden.

 

Was kann ich gegen die Schmerzen beim Zahnen tun?

Durchsucht man die einschlägigen Mutterschaftsratgeber nach "Schmerzen beim Zahnen", stößt man auf eine Fülle von Vorschlägen: Beissringe aus dem Kühlschrank, etwas Festes zum Beißen, Hömoöpathische Mittel werden ebenso angepriesen wie Bach-Blüten, schmerzlindernde Mittel zum Auftragen auf die Zahnleiste, Bernsteinkettchen und Akupressur.

Das bedeutet aber meist, dass es d a s Allheilmittel nicht gibt, sondern dass Sie mit Ihrem Kind verschiedene Vorschläge ausprobieren müssen, bevor Sie wissen, was Ihrem Kind gut tut.

1. Beißringe, sie massieren den Kiefer und lindern durch den kühlen Anteil.

2. Festes zum Beißen wie Apfel-, Karotten- oder Kohlrabistückchen. Dafür sollte       Ihr Kind aber schon sitzen können (Gefahr des Verschluckens).

3. Homöopathie, hier werden Globuli mit Chamomilla oder Calcium                           phosphoricum empfohlen. Einfacher geht es mit dem homöopathischen                 Osanit® oder Virbucol®.

4. Auch Bach-Blüten werden genannt, z.B. Clematis, notfalls auch Bach-Blüten-       Notfalltropfen (1-2 Tropfen auf die Lippen oder in den Mund geben).

5. Schmerzlindernde Mittel wie Zahnungsöl oder ein schmerzstillende Gel aus         der Apotheke, z.B. KamistatBaby®, das auf die Zahnleiste aufgetragen wird.

6. Die Wirksamkeit von Bernsteinkettchen ist natürlich umstritten, aber schaden       kann es nicht.

7. Akupressur.  Bestimmte Punkte aufgesucht werden am Körper des Kindes, die eine halbe Minute             lang sanft, leicht kreisend massiert werden, gilt in der traditionellen chinesischen Medizin als                       hilfreich. Die drei wichtigsten Punkte liegen in dem Dreieck zwischen Daumen und Zeigefinger, ein           weiterer Druckpunkt liegt am Ellenbogen außen, oberhalb des Ellenbogenknochens  sowie am Fuß           zwischen der zweiten und dritte Zehe.

 

 

Sind Kleinkinder während des Zahnens häufiger krank?

Eigentlich nicht, allerdings könnte leichtes Fieber auftreten.

Das Zahnen ist üblicherweise nicht mit übermäßigen Schmerzen verbunden und Kinder sind auch nicht häufiger krank.
Sie haben vielleicht ein wenig Fieber und gerötete Wangen als Begleiterscheinungen des Zahnens, beides verschwindet meist nach 2-3 Tagen.

Derartige Reaktionen kommen sicherlich auch daher, dass in diesem Alter der mütterliche Immunschutz nachlässt, weil auch nicht mehr voll gestillt wird und alles in den Mund genommen wird, was in greifbarer Nähe liegt.

 

Woran erkennt man, dass ein Kind zahnt?

 Das Baby sabbert mehr als zuvor, steckt sich Händchen und alles andere Grefifbare in den Mund, ist unruhig, schläft  und ißt schlecht, die Wange kann gerötet sein, beim Abtasten der Zahnleiste fällt eine Schwellung, ggf. auch Rötung auf.

Leicht erhöhte Temperaturen sind ebenso möglich, wie Durchfälle.

Ab wann sollte man mit dem Zähneputzen beginnen?

Sobald die Zähnchen da sind, kann mit dem Putzen begonnen werden. Zunächst einmal am Tag, mit 2 Jahren 2 x am Tag. 

Die Techniker Kankenkasse hat die sog. KAI-Methode entwickelt. Als erstes werden die Kauflächen (K) gereinigt, es folgt die Aussenseite (A) und zum Schluss die Innenseite der Zähne (I).

Am wirkungsvollsten ist es, wenn Sie selbst das Zähneputzen vormachen und Ihr Kind das an Ihnen und im Spiegel verfolgen kann. Kinder ahmen ältere Kinder und Eltern gern nach, so fällt es einfachen, ihnen das Zähneputzen beizubringen.

Vielleicht bringen Sie am Spiegel noch eine kleine bunten Zahnputzuhr in Form einer Sanduhr an, dann weiß Ihr Kind, wie lange es noch putzen soll und wann es fertig ist.  

 

Welche Zahnbürste ist am besten geeignet?

Fangen Sie zunächst mit einer besonders weichen Bürste an, um Verletzungen zu vermeiden.

Mit einer lustigen, bunten Zahnbürste, mit nachgiebigen Bürstenkopf, fällt das Zähne- Reinigen leichter.

Wie mache ich meinem Kind das Zähneputzen schmackhaft?

1. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und lassen Sie sich etwas Zeit. Mit Hektik lässt sich nichts erreichen.

2. Lassen Sie beim Einkauf Ihr Kind die Zahnbürste selber aussuchen, nachdem Sie bereits eine Vorauswahl getroffen haben.

Karius und Baktus, als Buch oder Film wird Ihrem Kind (ab 2-3 Jahren) viel Spass machen.

Erzählen Sie Ihrem Kind die Geschichte von Karius und Baktus. Die beiden Gestalten es sich in den Zähnen von Jens gut eingerichtet, da dieser keine Lust zum Zähneputzen hat. Das Buch dazu hat der Norweger Thorbjörn Egner geschrieben, es ist von Thyra Dohrenburg übersetzt.

Sie können es sich aber auch als Film auf Youtube ansehen oder auf www.dailymotion.com/video/xbdk4_karius-und-baktus/#.UTi-ZI4n-Yw

Und wenn Ihr Kind gerade mal wieder keine Lust zum Zähneputzen hat, erinnern Sie daran, wie es dem jens mit Karius und Bektus ergangen ist.