Babys Entwicklung

Welche Auswirkungen kann ein Kaiserschnitt auf das Kind haben?

Nach einer Kaiserschnittgeburt haben Kinder ein gering erhöhtes Risiko für Allergien, Asthma, Typ-1-Diabetes und Leukämien. Nach einer Untersuchung des Karolinska Instituts in Stockholm soll das daran liegen, dass bei der "stressarmen? Kaiserschnittgeburt eine Reihe von Genen im Vergleich zu der stressigen Vaginalgeburt abgestellt sind. Schon lange wird diskutiert, ob Einflüsse im Mutterleib Auswirkungen auf das Leben des Heranwachsenden hat. Die Forschungen auf diesem Gebiet stehen aber gerade im Anfang und werden noch stark diskutiert.
Kaiserschnitte, die um den Geburtstermin geplant sind, haben für das Kind die geringste Komplikationsrate. Bei Kaiserschnitten, die nahe dem Geburtstermin (near term, also 34.-37. Schwangerschaftswoche) durchgeführt werden, ist das Risiko z.B. durch Atemwegskomplikationen so hoch wie bei Notfall-Kaiserschnitten.

Trinkt mein Säugling genügend?

Trinkstörungen bei jungen Säuglingen können problematisch sein. Wenn die Muttermilch bei gestillten Säuglingen innerhalb kurzer Zeit weniger wird, meldet sich der Säugling in der Regel durch kräftiges Schreien. Dadurch weiß die Mutter, dass sie zufüttern muss. Wenn das Kind danach wieder fröhlich und friedlich ist, war ihre Vermutung richtig und sie braucht den Arzt nicht aufsuchen. Wenn ein Neugeborenes in den ersten Lebenstagen zu wenig Muttermilch erhält, gewöhnt es sich sehr schnell daran und schreit nicht nach mehr Nahrung. Wenn die Familie nicht von einer Hebamme betreut wird, wiegt sich die Mutter in falscher Sicherheit. Der Säugling nimmt kaum an Gewicht zu und erhält zu wenig an Kalorien für die weitere Entwicklung des Gehirns und der übrigen Organe. Um dieser Entwicklung vorzubeugen, ist in den ersten Lebenswochen eine Vorsorgeuntersuchung vorgesehen.

Im späten Säuglingsalter kommt es nicht selten zu Fütterstörungen durch die Löffelmahlzeit, die dann konsequent abgelehnt wird. Ebenso kann das nächtliche Abstillen Probleme bereiten. Hier muss die Mutter durch ein psychologisch einfühlsames Gespräch beruhigt werden, um die guten Beziehungen zwischen Mutter und Kind nicht zu stören. Das zweite Lebensjahr ist durch eine wachsende Autonomie des Kindes gekennzeichnet. Hier kann es beim Essen zur Austragung von Machtspielen kommen, in dem durch exzessives Trotzverhalten die angebotene Nahrung konsequent verweigert wird. Kinder sollen in dieser Phase auf keinen Fall zum Essen gezwungen werden. Sie können eher einmal hungern, wenn auf genügende Trinkmenge geachtet wird.

Ab wann kann man eine Sprach- oder Hörstörung erkennen?

Die Sprache ist das wichtigste Kommunikationsmittel und beginnt bei Säuglingen bereits sehr früh. Schon im Alter von 10-12 Monaten plappern sie einfache Silben nach, die sie von den Mitgliedern der Familie hören. Im Alter von 16 – 26 Monaten sollten die Kinder Zwei-Wort-Sätze bilden (z.B. Mama da, Papa Auto, Mama nein). Nun setzt eine stürmische Sprachentwicklung ein, es folgen ganze Sätze mit zunehmend korrekter Grammatik. Im Alter von 4 Jahren ist die Sprachentwicklung weitgehend abgeschlossen.

5-10 % aller Kinder haben eine verzögerte Sprachentwicklung und bedürfen einer logopädischen Therapie. Oft wird leider mit der Therapie bis zum 5. Lebensjahr abgewartet, da gehofft wird, dass das Kind in der Umgebung des Kindergartens die Sprachentwicklung rasch aufholt. Wird eine Therapie zu spät begonnen, dauert diese in der Regel deutlich länger und die Zeit bis zur Einschulung reicht für den korrekten Spracherwerb oft nicht aus, um eine Regelschule besuchen zu können. Diese Kinder werden dann in einer Sprachheilschule aufgenommen, wo sie intensiven Sprachunterricht erhalten.

Die wichtigste Voraussetzung zum Erwerb der Sprache ist das Gehör. Das Gehör nimmt die Sprache auf und kontrolliert ständig die selbst gesprochenen Wörter. Vor einer Sprachtherapie muss daher immer zuerst ein Hörtest durchgeführt werde. In Regel wird dieser Hörtest beim Kinder- und Jugendarzt im Rahmen der Vierjährigen-Vorsorgeuntersuchung durchgeführt. In diesem Alter sind die Kinder sehr kooperativ und das Ergebnis des Hörtests ist verlässlich. In vielen Bundesländern wird heute bei allen Neugebornen in den ersten Lebenstagen das Gehör durch "Otoakustische Emissionen" (OAE) überprüft. Damit wird verhindert, dass Kinder mit eingeschränktem Gehör zu spät erkannt werden und zu spät mit Hörgeräten versorgt werden. Bei früher Erkennung einer Hörstörung kann hiermit eine recht gute Sprachentwicklung erreicht werden. Wird eine schwere Hörstörung erst nach dem 2. Lebensjahr erkannt, kann auch mit Einsatz von Hörgeräten eine Verbesserung nicht mehr erreicht werden, da die feinen Nervenzellen des Innenohres sich nicht mehr für das Gehör differenzieren können. Daher ist es wichtig, dass besonders im Säuglings- und Kleinkindesalter ständig das Gehör mit Hilfe von Rasseln und leisen Tönen und Geräuschen überprüft wird.

Eine Logopädische Therapie wird zuerst mit den Kindern alleine durchgeführt, bei sensiblen Kindern im Beisein der Mutter oder des Vaters. Jedoch müssen zunehmend die Eltern in die Sprachtherapie eingebunden werden, um zu Hause bestimmte Übungen durchzuführen. Dies geilt besonders für das Lispeln, das durch eine falsche Beweglichkeit der Zunge hervorgerufen wird. Eltern müssen sich zu Hause angewöhnen, auch in der täglichen Umgangssprache langsam und deutlich zu sprechen, um dem Kind gute Vorbilder zu sein und dem Kind die Möglichkeit zu geben, die normale Aussprache zu hören. Problematisch ist die Therapie oft bei Kindern aus anderen Kulturkreisen, wenn zu Hause in der eigenen Landessprache gesprochen wird. Hier kann nicht erwartet werden, dass bei diesen Kindern mit einer Therapiestunde pro Woche die Sprachstörung behoben werden kann. Diese Kinder sind auch in der Grundschule ein Problem, da sie im Klassenverband besondere Aufmerksamkeit erhalten müssen und der der Unterricht langsamer vorangeht. Es besteht immer wieder die Frage, ob Kinder, die gleichzeitig mit 2 oder 3 Sprachen aufwachsen, überfordert wären. Bei normaler Begabung erlernen Kinder spielerisch diese Sprachen und sind gerüstet für das spätere Leben. Jeder Erwachsene weiß, wie schwer das Erlernen einer neuen Sprache im späteren Alter ist.

Ab wann zahnt ein Kind üblicherweise?

Die Zeitspanne, ab wann sich der erste Zahn zeigt, ist relativ groß.
Manche Babys bekommen schon mit drei Monaten ihren ersten Milchzahn (dies ist üblicherweise der untere Schneidezahn), aber meist ist es erst mit 6-8 Monaten soweit. Im Vorfeld kann es zu Fieber, roten Wangen, Schmerzen und dem typischen "Sabbern" kommen.

Darf man seinem Kind mit der Nuckelflasche Tee oder Fruchtsäfte geben, oder sollte man lieber nur Wasser nehmen?

Es ist sicherlich besser, seinem Baby eher Wasser als gekaufte Tees oder Säfte in einer Nuckelflasche zu geben.
Der Grund besteht in dem meist sehr hohen Zuckergehalt der Säfte oder Tees. Im Mund angelangt löst die Zuckerlösung eine Säureproduktion aus. Diese Säuren entziehen dem Zahnschmelz Mineralien und können im Laufe der Zeit Karies schon an den Milchzähnen auslösen.

So hat in Hamburg schon jedes 6. Kind im Alter von 3 Jahren Schäden an den Zähnen, die insbesondere daher rühren, dass die Kinder ständig mit einer gefüllten Nuckelflasche (gefüllt mit zuckerhaltigen Säften) herumlaufen.
Das begünstigt die Kariesentstehung, auch Nuckelflaschenkaries genannt.
Es wird deshalb empfohlen, die Flaschen überwiegend mit Wasser zu füllen und die Nuckelflaschen mit Beginn des 2. Lebensjahres ganz abzusetzen (zugegeben, dass "überwiegend" ist schwer zu erreichen, wenn die Babys erst einmal die leckeren Säfte probiert haben).

Natürlich darf man auch einmal Fruchtsaft in der Nuckelflasche geben, das soll und darf kein Dogma sein, aber bitte so wenig wie möglich mit einem so geringen Zuckergehalt wie möglich. Und wer führt schon ein regelmäßiges Zähnchenputzen eine Stunde nach dem Genuss des Fruchtsaftes durch? Das würde möglicherweise die Karies-Bildung verzögern, vielleicht verhindern.
Ab dem 2. Lebensjahr sollte man Kinder an eine tragfähige Schnabeltasse gewöhnen (auslaufsichere Trinktasse mit Griffen). Die Tasse sollte einen schwereren Boden haben, damit die Kinder das Gefäß absetzen müssen und es nur zum Trinken und nicht zum permanenten Nuckeln verwenden.

Sie haben gehört, man dürfe den Schnuller oder den Babylöffel nicht auch selbst in den Mund nehmen. Kann das wirklich schädlich sein?

Es gibt Untersuchungen, nach denen die Bakterien, die für die Kariesentstehung verantwortlich sind, bei solchen Aktionen vom Mund der Mutter auf den des Kindes übertragen werden.
Allerdings muss man sich fragen, wie man eine solche Übertragung im Laufe des Lebens vermeiden will, schließlich küsst man ja auch sein Kind und es wäre schlimm und für die Kindesentwicklung bestimmt schlecht, wenn man dies aus Angst vor Keimübertragung nicht mehr tun würde.

Wie kann man seinem Baby das Zahnen erleichtern?

Gekühlte Beißringe oder schmerzlindernde Gels.

Es ist natürlich immer gut das Kind zu trösten oder spielerisch abzulenken. Außerdem gibt es mit Gel gefüllte Beißringe, die gekühlt werden können, sowie schmerzstillende Gels, z.B. Dynexan Mundgel, die direkt aufgetragen werden können, sowie homöopathische Mittel wie Osanit (zuckerfrei).
Zu den alternativen Heilmitteln gehört sicherlich die Bernsteinkette, die durch die ihr nachgesagte beruhigende Wirkung beim Durchschlafen helfen soll.
Auf keinen Fall sollte eine Flasche zum Dauernuckeln gegeben werden.

Was kann man gegen die Schmerzen seines Babys beim Zahnen tun.

Beißringe und ggf. Paracetamol-Zäpfchen.

Am besten helfen gekühlte Beißringe, die aber meist nicht lange halten, weshalb man sich gleich 2-3 zulegen sollte. Medikamente sollten generell nicht gegeben werden, höchstens für die Nacht ein Paracetamol-Zäpfchen.

Sind Kleinkinder während des Zahnens häufiger krank?

Eigentlich nicht, allerdings könnte leichtes Fieber auftreten.

Eigentlich ist das Zahnen nicht mit übermäßigen Schmerzen verbunden und sie sind auch nicht häufiger krank.
Sie haben vielleicht ein wenig Fieber und gerötete Wangen als Begleiterscheinungen des Zahnens, beides verschwindet meist nach 2-3 Tagen. Derartige Reaktionen kommen sicherlich auch daher, dass in diesem Alter der mütterliche Immunschutz nachlässt, weil auch nicht mehr voll gestillt wird und alles in den Mund genommen wird, was in greifbarer Nähe liegt.

Wie kann man sein Kind von vornherein vor Karies schützen?

Achten Sie auf die Ernährung (zuckerarm) und pflegen Sie die Zähne.

Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die Ernährung: keine zuckerhaltigen Säfte, auch keine Apfelsaftschorle in das Fläschchen!
Möglichst keine zuckerhaltigen, klebrigen Kekse etc. und vor allem: ab dem ersten Milchzahn mit der Mundhygiene und dem Putzen anfangen.
Dazu sollte man eine Zahnbürste mit einem kleinen Bürstkopf verwenden, es kann auch gerne eine elektrische Zahnbürste sein, da diese gründlicher putzt, und es leichter ist, mit dieser in dem kleinen Mund zu putzen.
Alternativ kann man die Zähnchen auch mit einem kleinen Mullläppchen oder Stofftaschentuch abputzen, auf Zahnpasta kann zunächst verzichtet werden.
Zusätzlich ist es sinnvoll, wenn schon einige Milchzähnchen da sind, in kleinsten Mengen fluoridhaltige Zahnpasta zu benutzen, es gibt Präparate, die gerade dadurch wirken, dass nicht nachgespült werden muss.

Welche Zahnpasta wird für die ersten Zähne empfohlen?

Man sollte eine flourhaltige Zahnpasta benutzen, am besten eine, bei der das Flour an Aminflourid gebunden ist, und zwar in geringsten Mengen, da Kleinkinder oft noch nicht so gut ausspülen können.

Dürfen Babys tagsüber auf dem Bauch liegen?

 Wenn es wach ist, selbstverständlich. Die Bauchlage ist eine ganz wichtige Entwicklungsstufe, die den Unterarm-Stütz und die Kopfkontrolle fördert.

Es ist die Vorbereitungsstufe zum Krabbeln und ist wichtig für die Hand-Funktion zum Erfassen der verschiedenen Unterlagen, auf denen es sich bewegt.