Allergien

Welche Allergien treten bei Erwachsenen am häufigsten auf?

Schwerwiegende Allergien (anaphylaktische Reaktionen) treten am bei Erwachsenen zu über 50 % durch Kontakt mit Insekten (Wespe, Biene) auf, zu ca. 20 % durch Medikamente und zu ca. 15 % durch Nahrungsmittel auf (Dr. K. Beyer, Charité Berlin, Klinik für Pädiatrie, 2011).
Auslöser bei Erwachsenen sind häufig Obst (Äpfel) sowie Gemüse, deutlich seltener sind Nüsse für eine Allergie verantwortlich.

Welche Allergien (anaphylaktische Reaktionen) treten bei Kindern am häufigsten auf?

Bei Kindern werden nur etwa 25 % der Allergien durch Insekten, fast 10% durch Medikamente. Der Hauptauslöser von Allergien bei Kindern sind allerdings Nahrungsmittel (ca. 60 %).
Fast 50% der Nahrungsmittelallergien entstehen durch Nussallergien, spez. Erdnüsse (Dr. K. Beyer, Charité Berlin, Klinik für Pädiatrie, 2011).

Wodurch entsteht Heuschnupfen?

Heuschnupfen wird auch als Pollenallergie (Pollinose) bezeichnet.
Insbesondere im Frühling durch den Temperaturanstieg und den Sonnenschein kommt es zum Blühen zahlreicher Bäume, Blumen und Gräser. Durch den Wind werden die Pollen dieser Blüten durch die Luft transportiert, es kommt zum Pollenflug.
Pollen werden von den Menschen eingeatmet und die in den Pollen enthaltenen Eiweißbestandteile können Überempfindlichkeiten auslösen, das sind entzündliche Reaktionen vom Soforttyp (Typ I – Allergie).
Meist tritt eine Überempfindlichkeit gegen Pollen schon im Kindesalter statt, im Laufe der Zeit scheint aber auch die Sensibilisierung von älteren Menschen zuzunehmen.

Welche Symptome können bei Heuschnupfen (Pollinose) auftreten?

Heuschnupfen (Rhinitis allergica) beginnt meist mit Niesattacken, führt zu einer Anschwellung der Nasenschleimhaut und der Sekretion von wässerigen Nasensekret. Zusätzlich kann eine Konjunktivitis (Augenbindehautentzündung), auftreten. In ca. 30 % treten Atembeschwerden, die im weiteren zu einem allergischen Asthma bronchiale mit generellem Juckreiz, Temperaturanstieg und Kreislaufproblemen führen können.

Welche Komplikationen kann der Heuschnupfen noch hervorrufen?

Die z.T. fieberhaften Reaktionen auf Pollen schwächen den Körper und machen ihn besonders anfällig für Viren und Bakterien. Erkältungen kommen daher häufiger vor.

Sie haben bereits eine Hausstaub bzw. Tierhaarallergie. Müssen Sie Angst haben, im Frühjahr auch noch Heuschnupfen zu bekommen?

Leider gibt es die Kombination von verschiedenen Allergien. Man nennt das eine Kreuzallergie, d.h. dass es eine Sensibilisierung (Empfindlichkeit) gegen über verschiedenen, aber in ihrer Grundstruktur ähnlichen Allergieauslösenden Substanzen (Allergene), wie z.B. Pollen und Tierhaare, Hausstaub, Medikamente.

Schon bei einem erstmaligen Kontakt mit diesen Substanzen kann es zu einer allergischen Reaktion kommen, obwohl man zuvor noch nie mit derartigen Substanzen in Berührung gekommen ist.

Woher weiß man, gegen welche Pollen oder andere gegen welche anderen Allergene man allergisch ist?

Ein Hausarzt, ein Hautarzt oder ein Allergologe kann mittels einer sog. Sensibilitätstestung feststellen, auf welche Pollen/Allergene Sie allergisch reagieren.
Dazu wird mittels einer Spritze oder eines Pflasters eine stark verdünnte Lösung von speziellen Allergenen unter die Haut injiziert oder auf die Haut gebracht und die Reaktion anhand von entstehenden Hautrötungen abgelesen.

Wie kann man sich vor den Pollen/Allergenen schützen?

Zunächst einmal: ein absoluter Schutz ist nicht möglich, zumal ja ein Pollenflug vom frühen Frühjahr (Frühblüher) bis in den Oktober hinein möglich ist. Sie haben nur die Chance, die Aufnahme der Pollen zu reduzieren.
Wenn Sie getestet sind, also wissen, um welche Pollen es sich handelt, die Ihre Allergie auslösen, sollten Sie in der Zeit ihres Pollenfluges (s. Pollenflugkalender) den Aufenthalt in Freien ebenso vermeiden wie eine starke körperliche Beanspruchung. Sie nehmen dadurch einfach mehr Allergene auf, die zu einer stärkeren allergischen Reaktion führen können.
Schützen Sie sich mit Brillen, damit die Pollen in geringerer Anzahl in Ihre Augen gelangen. Straßenkleidung sollten Sie unbedingt zu Hause wechseln und nicht im Schlafzimmer deponieren, möglichst auch die Haare waschen um die Pollen nicht im Schlafzimmer zu verteilen.
Es gibt mittlerweile für die Fenster Pollenschutzgitter. Prüfen Sie an Ihrem Staubsauger, ob er ein Pollenfilter hat, das gleiche gilt für Ihre Klimaanlage im Auto.
Mit diesen Maßnahmen haben Sie die Möglichkeit, die Pollenmenge und damit die Allergie auslösende Substanz zu verringern und damit Ihre Beschwerdebild abzumildern.

Was ist ein Pollenflugkalender?

Der Pollenflugkalender informiert Sie über die zur Zeit blühenden Pflanzen.
So gibt es die sog. Frühblüher, die schon im Februar blühen wie Erle und Haselnuss.
Im Frühjahr kommen die Birke, Eiche, Esche und Eibe hinzu usw.
So können Sie, wenn Sie das auslösende Allergen kennen, in Ihrer Jahresplanung darauf einstellen.

Was tun bei Heuschnupfen? Was ist eine Desensibilisierung?

Am wirksamsten erscheint die Desensibilisierung, auch als Allergie-Impfung bekannt, wenn der auslösende Wirkstoff bekannt ist.
Die Auslöser der Allergie, in diesem Fall die Pollen, werden in steigender Konzentration mit einer extrem feinen Nadel unter die Haut injiziert; damit setzt man die Schwelle, an der es zu einer allergischen Reaktion kommt, stetig höher, so dass sich der Organismus an diese Substanz gewöhnt und er schließlich dagegen immun (unempfindlich) wird.
In der akuten Situation helfen abschwellende Nasentropfen und Antihistaminika wie Fenestil® oder ähnlich. Auch Augentropfen können hilfreich sein. Nur in seltenen Fällen muss Cortison gegeben werden.